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Villa mit Gesicht und Geschichte

Sanierung einer großbürgerlichen Villa

Die freistehende Villa in der Nähe des Essener Moltkeviertels hat bereits eine bewegte... mehr

Die freistehende Villa in der Nähe des Essener Moltkeviertels hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Erbaut wurde sie 1905 als großbürgerliche Villa für eine Unternehmerfamilie vom Essener Architekten Oskar Kunhenn. Eine Gutachterermittlung bescheinigte dem Haus allerdings keine rosige Zukunft mehr: Ein baufälliges Dach, erhebliche Schäden am Holztragwerk und an der Fassade. „Das Haus hatte nur noch Schrottwert", so die Bauherrin. Aber sie sah viel mehr darin und beauftragte Architektin Andrea Brüning mit der Sanierung und dem Umbau der Villa in ein Mehrfamilienhaus für die vier Generationen ihrer Familie.

Die Bauherrin wünschte sich eine barrierefreie Wohnung zur Eigennutzung im Erdgeschoss der Villa. Zur Vermietung sollte das Dachgeschoss ausgebaut werden. Dämmmaßnahmen, eine Neuordnung der Grundrisse und die Bewahrung möglichst vieler originaler Bauteile lagen der Eigentümerin ebenfalls am Herzen. Zurück zu den Anfängen war deshalb der erste Planungsgedanke von Andrea Brüning: „In den vergangenen 50 Jahren wurde vieles an der Villa verändert, nicht zum Vorteil. Der Rückbau dieser Maßnahmen war ein erster Schritt.“ Die für das Haus maßgeblichen Merkmale arbeitete die Architektin wieder heraus. Dazu gehört die phantasievolle Gebäudeform mit aufwendig gestalteter Dachform und einem Dachüberstand aus verzierten Eichenholzbalken. Die Fassade ist mit Zierelementen reich gestaltet, die über die Jahre der Vernachlässigung ihren besonderen Wert fast verloren hatten. Erker, Söller, Rund- und Korbbögen, abgesetzte Zierelemente an den Fensterbereichen, plastisch gestaltete, geschmiedete Ziergitter, farbig abgesetzte Fachwerkelemente an der Straßenfassade - all das gibt dem Haus nach der Sanierung seinen ehemals großbürgerlichen Glanz wieder. Dabei achtete die Planerin darauf, dass Historisches wiederhergestellt wird und sich neu Hinzugefügtes ganz bewusst davon absetzt.

Im Inneren stellte Andrea Brüning die großzügigen ehemaligen Raumstrukturen wieder her. Trennwände wurden abgerissen, großzügige Durchbrüche zur Raumverbindung vorgenommen, Glasbausteine gegen Holzfenster ausgetauscht. Der repräsentative Charakter der zweigeschossigen Eingangs- und Treppenhalle mit riesigen Fensterelementen und besonderem Deckengewölbe ist heute wieder erlebbar. Die Materialwahl für den Innenausbau orientiert sich ebenfalls am harmonischen Miteinander aus Ursprünglichem und Modernem: In den Wohnräumen wurde Parkett verlegt, im Eingangsbereich hochwertige Zementfliesen, wie man sie in der damaligen Zeit vorgefunden hätte. Das Treppengeländer dagegen ist mit filigranem Stahl ergänzt. „Die Bauherrin hatte immer gescherzt, ob sich wohl irgendwo im Haus ein Schatz finden ließe“, erzählt Andrea Brüning. „Beim Abriss eines alten Einbauregals kam dann ein komplett verziertes Original-Holzgeländer zum Vorschein. Es wurde aufgearbeitet und im Gewölbezimmer wieder an seinem alten Platz eingebaut.“ Erhalten geblieben sind auch verzierte Gussheizkörper, die im Rahmen der Umbauplanung innerhalb des Hauses neu angeordnet wurden. 600 m² Gesamtfläche bietet die zweigeschossige Villa mit komplett saniertem und ausgebautem Dach heute ihren Bewohnern. Eine Villa mit Gesicht, Geschichte und neuer Zukunft.

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Architekten Brüning Rein
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Fotos

Brüning Architekten, Frank Mohn