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Schmucke Schatulle

Neubau der Musikwissenschaftlichen Bibliothek der Folkwang-Universität

„Bibliotheken sind Orte der Begegnung, die trotz des Internets nichts von ihrer Faszination... mehr
„Bibliotheken sind Orte der Begegnung, die trotz des Internets nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben“, findet der Züricher Architekt Max Dudler. Recht hat er. Insbesondere dann, wenn das Bauwerk derart eindrucksvoll ist, wie die neue Bibliothek der Folkwang-Universität der Künste in Essen.

Der Neubau befindet sich im Bereich der ehemaligen Abtei Essen-Werden. Er vervollständigt das bauliche Ensemble der ehemaligen Abtei, in der die Folkwang-Universität ihren Hauptsitz hat. Entworfen wurde der rechteckige Kubus, der eine der größten musikwissenschaftlichen Bestände in NRW beherbergt, von Max Dudler, mit der Generalplanung war das Essener Architekturbüro Nattler Architekten betraut.

Nattler Architekten arbeiteten auch maßgeblich an der Umsetzung der außergewöhnlichen Fassade der knapp 1.000 m2 großen Bibliothek mit. Ursprünglich sollte die Fassade aus hauchdünn geschnittenem Stein hinter Glas bestehen. Das Konzept, das an die transluzenten Alabaster-Fenster gotischer Kirchen erinnert, war jedoch nicht umsetzbar. Im Team fand man eine neue, ebenfalls überzeugende Lösung: Fotoarbeiten mit großformatigen Nahaufnahmen eines Steinbruchs wurden im Originalmaßstab mit einem Spezialverfahren direkt auf die Verglasung aufgebracht. Diese äußere Hülle soll, wie eine Schatulle oder ein Schmuckkästchen, den wertvollen Kern der Bibliothek, nämlich rund 190.000 Medien­einheiten, schützen. Die nach außen angeordneten Gänge taucht die opake Fassade in ein gefiltertes, weiches Licht. Die Grenzen von Innen und Außen werden spielerisch aufgebrochen. Schon von außen lassen sich schemenhaft die Menschen im Inneren erahnen, wie sie lesen und hören, sich begegnen und unterhalten, denken und träumen – studieren. Abends wird der Baukörper lumineszent.

In Grundriss und Schnitt gruppieren sich die Funktionsbereiche in Schichten um den introvertierten Lesesaal mit Oberlicht, der vom Holz der europäischen Kirsche dominiert wird, und das Zentrum des Hauses einnimmt. In strenger Ordnung sind um den Lesesaal die Bücherregale angeordnet, welche der Funktion des Hauses entsprechend dem Gebäude Maß und Struktur gibt.
Gesponsert wurde die neue Bibliothek vom Innovationsministerium und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.

www.folkwang-uni.de
www.maxdudler.com
www.nattlerarchitekten.de
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Architekten

Max Dudler
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Folkwang Universität der Künste
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Nattler Architekten