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Projekt: Schubladenhaus

Ein etwas anderer Baustil in Mülheim-Broich

In Mülheim Broich ist ein Zweifamilienhaus als Effizienzhaus 70 mit Büro in ökologischer... mehr

In Mülheim Broich ist ein Zweifamilienhaus als Effizienzhaus 70 mit Büro in ökologischer Bauweise als Holzrahmenbau entstanden. 
Der Entwurfsgedanke hierbei basiert auf dem Raumprogramm der Bauherren, den rechtlichen und statischen sowie konstruktiven Vorgaben und natürlich den Kosten. Abgesehen von dem Erreichen eines KFW 60 Standards und der Unterbringung von drei Wohneinheiten galt es bei diesem Mehrgenerationenhaus, in dem zunächst zwei – später vielleicht aber auch drei Generationen – wohnen werden, zwei Anforderungen zu erfüllen. So sollte das abknickende Grundstück optimal ausgenutzt werden und eine klare Geometrie ablesbar sein.

Um diese Vorgaben zu erreichen, entschieden sich die beauftragten Architekten des Mülheimer Büros Rieck dazu, den hinteren Gebäudeteil wie eine Schublade aus dem Vorderen heraus zu ziehen. Nahezu dekonstruktivistisch wirkt der „überdehnte“ Bereich im hinteren Teil zum Garten. Hier bricht die Schublade auseinander, wodurch eine Dachterrasse entsteht, die teilweise überdacht und teilweise offen ist.
Deutlich wird die Überdehnung auch durch die „Fuge“ zwischen den beiden Gebäudeteilen, die aus Hohlkammerscheiben und Glas besteht. In dieser Fuge sind sowohl der Eingangsbereich als auch die Treppen untergebracht. Bei Nacht leuchtet die Fuge gleichmäßig nach außen, während sie tagsüber gleichfalls das Licht ins Innere verteilt. Um darüber hinaus den Eindruck einer Schublade zu unterstreichen, sind die Giebelwände homogen ausgeführt worden. Dadurch ist es zudem gelungen, die Zusammengehörigkeit der beiden Giebelwände deutlicher zum Vorschein zu bringen.

Durch die Nutzung von Stahl ist es möglich, ohne Fensterbänke auszukommen. Die Fenster sind einfach aus der Giebelwand „herausgestanzt“, da ein Abtropfschutz bei einer rostenden Fassade nicht sinnvoll wäre. Auch wichtig war natürlich die Ausbildung des Ausgangs, der dank wetterfestem Stahl ohne Überstände von irgendwelchen Blechen auskommt. Da es für solche Fassaden keine Anleitung gibt, war die Umsetzung – die bereits einem harten Winter und einem heißen Sommer Stand gehalten hat – ein wenig experimentell. Doch da eine Giebelansicht wie diese kaum mit anderen Materialien denkbar wäre, blieb den Architekten nichts anderes übrig, als dieses Experiment zu wagen. Die reduzierte Kontur der Giebelwände konnte exakt umgesetzt werden und den Eindruck der Schublade deutlich machen. Um einen homogenen Eindruck des Baukörpers zu erhalten, geht die Holzschalung an den Seiten über die Fensterflächen hinweg und in das Satteldach über. Die Holzschalung vor den Fenstern dient von Innen teilweise als Absturzsicherung. Weitere verwendete Materialien sind Spachtelboden K 80 in allen Geschossen, Sichtbetondecke im Untergeschoss, sichtbare Brettstapeldecke im Obergeschoss, schwarze Stahltreppen als Falttreppen im Obergeschoss und Zellulose als Dämmung.

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Fotos

Carlo Giannotta
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