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Mit Leichtigkeit

Markenarchitektur gekonnt integriert

Markenarchitektur um jeden Preis? Das muss nicht sein. Mit dem Neubau eines Elektrofachhandels... mehr

Markenarchitektur um jeden Preis? Das muss nicht sein. Mit dem Neubau eines Elektrofachhandels in Dortmund Hörde beweisen nattler architekten, dass es möglich ist, den Wiedererkennungswert eines Unternehmens zu erhalten und es dennoch architektonisch harmonisch in das Umfeld zu integrieren. „Alles im Fluss“ hieß dabei das Motto der Planer. Ein Bild, das in mehrfacher Hinsicht passend ist.

Dortmund ist bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts im Wandel von der Stahlindustrie- zu einer Informations- und Dienstleistungsstadt im Bereich der Informationstechnologie und im elektronischen Handel. Im Stadtteil Hörde vollzog sich die Wende durch die Umwandlung der Phoenix-Hüttenwerke zum Phoenix See. Hier, auf der Fläche eines ehemaligen Hochbunkers, eingefasst von der Hauptverkehrsader Faßstraße und den Nebenstraßen Seekante/Platz an der Seekante ist eine Niederlassung des größten Elektrofachhändlers Europas entstanden. „Fokussiert man die städtebauliche Situation des Grundstücks, so lässt sich eine fließende Bewegung erkennen, die durch die Lage der Verkehrsstruktur definiert wird“, erklärt Dipl. Ing. Architekt Thomas Höxtermann. Eine Bewegung, die nattler architekten zur Grundlage für die konzeptionelle Ausarbeitung ihres Entwurfes machten.

Insbesondere in der Fassadenausbildung wird der fließende Charakter offensichtlich. Der Betonskelettbau wird von einer leichten Streckmetallfassade wellenförmig konkav konvex umspielt und nimmt sowohl den historischen Bezug zur Stahlindustrie wie zum Phoenix See auf. Der moderne Zeitgeist spiegelt sich in der filigranen, 235 m langen und bis zu 9 m hohen Streckmetallfassade wider, aber auch im Sockelbereich des Gebäudes. Mit „Kunst am Bau“ will das Gebäude in der Erdgeschossebene Nähe zum Stadtteil erzeugen. „Die Seekante mündet in die Alfred-Trappen-Straße, die die Hauptader des Einzelhandels im Stadtteil bildet“, so Höxtermann. Der Künstler Joerg Maxzin übersetzte die Atmosphäre einer Flanierzone mit plastilin gestalteten Figuren in einer besonderen perspektivischen Technik auf vielfarbig digital bedruckte Glaselemente. Insgesamt 56 Tafeln bilden das Panorama im Erdgeschoss und werden durch einen Sichtbetonsockel vom Boden abgesetzt. Weitere Glaselemente in der Fassade reflektieren die Umgebung und verstärken damit zusätzlich die gewünschte Tiefenwirkung und Leichtigkeit.

Fließend ist auch das Gestaltungsprinzip im Inneren. Die Verkaufsfläche im Erdgeschoss ist barrierefrei erreichbar. Der Haupteingang ist geschickt am Endpunkt der Fußgängerzone positioniert und kann die Passanten so quasi ins Gebäude hineinleiten. Von der Verkaufsfläche ausgehend ordnen sich alle weiteren Nebenräume und -funktionen an den Gebäuderand hin zur Fassade. Alle Büro- und Pausenräume bieten Tageslicht. Die Stahlskelettbauweise schafft eine große, uneingeschränkte Fläche für großzügige und freie Produktpräsentation. Die oberen Geschosse, die als Parkplatzflächen konzipiert sind, folgen ebenfalls dem offenen Gestaltungsprinzip.

Es ist insbesondere die Leichtigkeit der Fassade, die das neue Elektrofachgeschäft trotz seines riesigen Gebäudevolumens nicht wie einen Fremdkörper erscheinen lässt, sondern vielmehr als fließenden Übergang zur Flaniermeile.

www.nattlerarchitekten.de

Architekten: nattler architekten www.nattlerarchitekten.de Künstler (Fassade): Joerg... mehr

Architekten:

nattler architekten
www.nattlerarchitekten.de

Künstler (Fassade):

Joerg Maxzin
www.joerg-maxzin.de

Fotos:

Michael Rasche
Joerg Maxzin