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Kunstvoll saniert

Altes Bürogebäude in neuem Glanz

Ein modernes Bürogebäude muss gewisse technische und optische Standards erfüllen um dem... mehr

Ein modernes Bürogebäude muss gewisse technische und optische Standards erfüllen um dem Arbeitsalltag gerecht zu werden und damit Kunden und Mitarbeiter sich wohlfühlen. Nicht immer kann und muss deshalb gleich ein Neubau her. Das Essener Unternehmen Ferrostaal – ein weltweit tätiger technologie-, hersteller- und lieferantenunabhängiger Industriedienstleister – hat sein Bürogebäude von 1977 erfolgreich aufwändig saniert und die unternehmenseigenen Kunstwerke effektvoll in Szene gesetzt.

Als Projektentwickler ist Ferrostaal in den Bereichen Petrochemie, Windkraft und Öl und Gas mit rund 4.200 Mitarbeitern in 40 Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. Bis zu 1.000 Mitarbeiter arbeiten in der Unternehmenszentrale in Essen. Vom Arbeitsplatz des Geschäftsführers bis hin zu dem des Azubis sind alle Mitarbeiter in Großraumbüros untergebracht. Damit sie sich vor Ort noch wohler fühlen, beschloss das Unternehmen, die einzelnen Etagen des neun geschossigen Bürogebäudes aufzuhellen und die Klimaanlage zu erneuern, um den Luftaustausch zu verbessern.
Keine leichte Aufgabe. Denn für den Umbau konnte nicht das gesamte Gebäude geräumt werden. Auf sämtlichen Etagen musste normal weitergearbeitet werden. Eine Baustelle, von der man möglichst wenig sehen und vor allem hören durfte. Die Bauarbeiten erfolgten deshalb etagenweise. Die Mitarbeiter der jeweiligen Abteilung wurden während der Umbaumaßnahmen auf andere Etagen verteilt. Sämtliche Arbeiten, die mit viel Lärm verbunden waren, mussten auf die Abendstunden verlegt werden. Eine logistische Herausforderung war die Sanierung des Erdgeschosses mit der dort angesiedelten Küche. Die Essensausgabe wurde kurzerhand ins erste Obergeschoss verlegt.

Drei Jahre sind so insgesamt vergangen. Im Ergebnis hat das Haus technisch und optisch viel dazugewonnen. Eine neue Klimaanlage, bessere Beleuchtung und eine komplett neue Verkabelung, entsprechend den aktuellen Anforderungen der EDV, erhöhen den Arbeitskomfort. Die Großraumbüros sind geblieben, aber sie wirken durch neue helle Teppiche und Büromöbel wesentlich freundlicher und individueller. Für vertrauliche Gespräche wurden die Besprechungsräume in den einzelnen Etagen ebenfalls modernisiert und völlig neu eingerichtet. Ganz bewusst wurde dabei ein Teil der konventionellen Stilelemente beibehalten und mit neuen kombiniert.

Besondere Akzente setzen die Kunstwerke, die im neuen Eingangsbereich geschickt in Szene gesetzt wurden. Viele der insgesamt 54 Serigrafien, beziehungsweise Lithografien von 27 verschiedenen Künstlern waren bislang auf den Etagen und Großraumbüros verteilt. Heute sind die wichtigsten Vertreter der „exakten Kunst“ zwischen den Jahren 1918 und 1985 in einer einmaligen Zusammenstellung zu sehen. Neben den Pionieren des „Konstruktivismus“ ist auch die im Jahr 1899 geborene Bauhauskünstlerin Anni Albers vertreten. So viel Kunst lässt die Eingangshalle äußerst farbenfroh und freundlich wirken.

Im Casinogang zeigt Ferrostaal in einer bunten Reihe Serigrafien von Josef Albers aus der berühmten Serie „Hommage to the Square“. Im Casino selbst findet man neben Auguste Herbin, Herbert Oehm, Rupprecht Geiger und Victor Vasarely 13 Werke des ZERO-Künstlers Heinz Mack. Sein "Sahara Projekt" realisierte er 1968. Robert Indianas leuchtendes „Love“ und Roy Lichtensteins Serigrafie Reihe „Cow going abstract“ schmücken die Betriebskantine. Werke des Schweizer Grafikers Karl Gerstner lassen das Business Center erstrahlen. Die sehr intensiven Farbklänge stehen in der Tradition der „konkreten Kunst“, experimentieren mit Farbeffekten und ziehen den Betrachter spielend in den Bann.

Nicht nur innen, auch außen erhielt das Ferrostaalgebäude neue optische Highlights. Wenn die Dämmerung hereinbricht erstrahlt ein Lichtband, das als Bank ins Pflaster eingearbeitet wurde.

www.ferrostaal.com

Ferrostal www.ferrostaal.com Fotos Adrian Bedoy www.adrianschmidt.com USM www.usm.com mehr