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Kreativ-Quartiere im Ruhrgebiet

Diesmal: Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Kreativität ist der Innovationsmotor für Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung. Auch im... mehr
Kreativität ist der Innovationsmotor für Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung. Auch im Ruhrgebiet. Hier erwirtschafteten im Jahr 2010 knapp 10.300 Unternehmen und mehrere Tausend Freiberufler einen Umsatz von mehr als 6,1 Milliarden Euro. Das „ecce“ (european centre for creative economy) und die Wirtschaftsförderung metropoleruhr (wmr) fördern seit Januar 2012 gemeinsam die Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet. „Hier sind in den letzten Jahren viele spannende und zukunftsweisende Arbeits- und Kreativräume entstanden“, so Thomas Westphal, Geschäftsführer der wmr. Der Wissenschaftspark in Gelsenkirchen ist einer davon.

„Der Wissenschaftspark markiert als bedeutsame Einrichtung der IBA die Grenze zu einem jungen Quartier, das anschaulich für das Querschnittspotenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft steht. Aus den Synergien zwischen Wirtschafts-, Kultur- und Stadtentwicklungseffekten ist ein Umfeld voller Dynamik entstanden, die ebenso Auswirkungen auf ökonomische Prozesse wie wirtschaftlich orientierte Initiativen auf den städtischen Raum haben kann“, erklärt Westphal. So bietet der Wissenschaftspark auf 8.000 m2 nicht nur hochwertigen Raum für Büros und Labortätigkeit und eine riesige Veranstaltungsfläche. Er hat sich auch zu einem Ort der Begegnung entwickelt, zu einem spannenden Anziehungspunkt für Künstler und Kreative. Wo früher Stahlkocher malochten, tauschen heute vor allem Geistesarbeiter ihre Ideen und Informationen intensiv miteinander aus. Zahlreiche Firmen der Kreativwirtschaft, insbesondere im Bereich Design, Grafik und Marketing haben sich im Wissenschaftspark angesiedelt. Das liegt wohl auch am einzigartigen Ambiente, des Parks, der 1995 auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks eröffnet wurde. Das markante Gebäude mit seiner 300 m langen Glasfassade wurde von den Architekten Kiessler + Partner, München, entworfen. Die Glasarkade (3.500 m2 Veranstaltungsfläche) - die einen faszinierenden lichten Raum bildet, in dem die Grenzen zwischen innen und außen aufgehoben scheinen, mit Blick auf eine Parklandschaft mit See – zieht insbesondere Fotografen an. Die Messe „bild.sprachen“ sowie zahlreiche hochrangige Fotografie-Ausstellungen vom Pixelprojekt_Ruhrgebiet bis zu den Preisträgern europäischer Wettbewerbe sind hier vertreten.

Schon 1994, noch vor der Eröffnung, widmete die West-Hyp-Stiftung ihren Architekurpreis dem Park. Auf der Internationalen Immobilienmesse in Cannes (MIPIM 1995) wurde das erste Großprojekt der renommierten IBA Internationalen Bauausstellung Emscherpark als „eines der besten Business-Center in Europa“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet und wenig später folgte der „Deutsche Architekturpreis 1995“, der als größter bundesweiter Architektenwettbewerb alle zwei Jahre unter der Schirmherrschaft der Bundesarchitektenkammer ausgelobt wird. Die einzigartige Architektur des Technologiezentrums beeindruckt auch zehntausende Messebesucher und Tagungsgäste. Dank eines Solarkraftwerks auf dem Dach, das als Pionierprojekt der deutschen Solarbranche weltweit berühmt wurde, drehen sich viele Tagungen und Projekte des Wissenschaftsparks bis heute um das Themenfeld der erneuerbaren Energien. Viele der Unternehmen und Institute, die sich in den Pavillons und den Einzelbüros längs der Glasfassade angesiedelt haben, widmen sich diesem Themenfeld. Aber auch andere zukunftsweisende Branchen rund um die Themen Gesundheit, der IT- und Wissensgesellschaft sind von Beginn an stark vertreten.

Unmittelbar an das Gebäude angrenzend ist ein neuer Stadtteilpark mit See entstanden, der sich zu einem beliebten Naherholungsziel entwickelt hat. Ein Quartier mit Strahlkraft über seine Grenzen hinaus. Nicht nur leerstehende Ladenlokale, auch die entweihte Heilig-Kreuz-Kirche des Gelsenkirchener Architekten Josef Franke werden von Musikern, Künstlern und Fotografen neu belebt. Strahlkraft, die auch physisch erlebbar ist: Bei Nacht wirft ein Kunstwerk des berühmten amerikanischen Lichtkünstlers Dan Flavin sein grün-blaues Licht auf die umliegende Parklandschaft.

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Fotos Thomas Gödtner Stefan Bayer mehr

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Thomas Gödtner
Stefan Bayer