Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Historischer Ort für frische Ideen

Kulturzentrum Rohrmeisterei Schwerte

Der herbe Charme eines Industriedenkmals vereint mit moderner Architektur macht die alte... mehr
Der herbe Charme eines Industriedenkmals vereint mit moderner Architektur macht die alte Rohrmeisterei in Schwerte zu einem ganz besonderen Ort. Zu einem Ort für frische Gedanken und Ideen, für Kultur- und kulinarischen Genuss.

Als Pumpstation der Dortmunder Wasserwerke wurde die Rohrmeisterei 1896 zur besseren Trinkwasserversorgung in der Nähe der Ruhrauen erbaut und danach Betriebsgebäude der Stadtwerke. 1976 gaben die Stadtwerke die Nutzung auf. Das rote Ziegelbauwerk mit den gemauerten Rundbögen, der gusseisernen Sprossenfenster und dem Tonnendach mit Stahlfachwerk verlor damit seine ursprüngliche Bestimmung, nicht jedoch seine Bedeutung als architektonisches Zeugnis. 1990 wurde die Rohrmeisterei von der Stadt Schwerte gekauft, nach zwanzig Jahren Leerstand unter Denkmalschutz gestellt und so vor dem Abriss gerettet. Heute gibt das Bauwerk einem lebendigen Kultur- und Bürgerzentrum Raum und ist nach einer umfassenden Sanierung auch für Architektur- und Designliebhaber interessant.
Der Umbau von Lindner Lohse Architekten BDA (in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro WP Winkler und Partner) aus Dortmund nimmt die gegebene Gliederung in drei Hallenteile auf und weist den Bereichen neue Nutzungen zu. Im größten Hallenteil im Osten ist ein multifunktionaler Veranstaltungssaal mit bis zu 650 Sitzplätzen entstanden. In der Mitte liegen der Haupteingang und das Foyer, die Nebenräume, Büros und Technik. Der Gastronomiebereich im westlichen Gebäudeteil belebt das Haus. Industriekultur und Hallencharakter mit den Bogenbindern haben die Architekten ganz bewusst erhalten, aber im Inneren mit modernen Einbauten kombiniert.

Besonders augenfällig wird dies im Gastronomiebereich. Zentrales Element ist hier der leicht verdreht in den Raum gestellte Glaskasten mit dem á la Carte-Bereich, der den riesigen Raum gliedert, ohne seine Weite zu zerstören. Unter der alten Kranbahn liegt ein Bistrobereich mit gemütlichen Nischen für Stammtisch und Lounge. Der moderne Küchenblock ist hinter dem langen Tresen angeordnet, Funktionsräume wie WCs und Personalräume befinden sich darüber entlang einer Galerie.

Mit Feingefühl und Detailsinn haben die Architekten Materialien, Formen und Farben für den Innenausbau gewählt: Nussbaumfarbenes Holz, Sichtbeton und Stahl harmonieren mit den unberührt belassenen, historischen Wandstrukturen. Die Atmosphäre wird durch die sensibel geplante Beleuchtung unterstützt. Auch technisch wurde das Gebäude modernisiert: Eine neue Bodenplatte mit Fußbodenheizung durchzieht alle Bereiche.

Behutsam wurde auch die Fassade saniert: Das ursprüngliche Gliederungsprinzip blieb erhalten, das Dach wurde mit Blech neu gedeckt. Die eigens gegründete Bürgerstiftung „Rohrmeisterei Schwerte“ will dem Kulturzentrum eine dauerhafte Existenz sichern – ohne öffentliche Subventionen. Das Zeug zur unverwechselbaren Location hat das Gebäude ganz bestimmt. Als Spielort der Extraschicht und Teil der Route der Industriekultur hat es bereits einen festen Platz im Kulturleben des Ruhrgebiets gefunden.

www.lindner-lohse-architekten.de
www.rohrmeisterei-schwerte.de
Architekten Lindner Lohse Architekten www.lindner-lohse-architekten.de Fotos Detlef... mehr

Architekten

Lindner Lohse Architektenwww.lindner-lohse-architekten.de

Fotos

Detlef Podehl
www.podehl.com