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„Grande Dame“ mit Stil

Stadthalle Mülheim vereint Alt und Neu in reizvollem Kontrast

Sie ist eine „Grande Dame“ mit Eleganz und Stil, die viel erlebt hat. Und zeitgleich ist sie ein... mehr
Sie ist eine „Grande Dame“ mit Eleganz und Stil, die viel erlebt hat. Und zeitgleich ist sie ein hochmodernes Tagungs-, Kultur- und Kongresszentrum mit aktueller Technik. Die Stadthalle in Mülheim an der Ruhr zeigt, wie beides unter einem Dach harmonieren kann.

1925/26 entstand das imposante Bauwerk, dessen Fassade zum Ruhrufer hin bis heute nahezu identisch erhalten ist. Entworfen wurde es von den Architekten Dr. Hans Großmann und Arthur Pfeifer sowie dem Innenarchitekten Professor Emil Fahrenkamp. Theatersaal und Foyer mit Eingang über dem früheren „Ehrenhof“ - heute überdacht und als Restaurant Caruso bekannt - korrespondierten im neoklassizistischen Stil mit dem Rathaus und einstigem Stadtbad am gegenüberliegenden Ufer.

Schnell wurde die Stadthalle zum kulturellen Zentrum Mülheims. Theater, Konzerte, Tanzschule, Abschlussbälle – das Gebäude bot für nahezu alle Anlässe den richtigen Rahmen. Bis zur Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1943: Bei einem Bombenangriff wurde die Stadthalle schwer getroffen und brannte größtenteils ab. Es dauerte 14 Jahre bis sie 1957 feierlich mit Bundespräsident Theodor Heuss und der Aufführung von Goethes „Egmont“, mit Klaus-Jürgen Wussow und Ida Krottendorf in den Hauptrollen, wieder eröffnet werden konnte. Den Wiederaufbau leitete Professor Gerhard Moritz Grabner, der die Stadthalle um den Anbau eines seinerzeit schon sehr futuristisch anmutenden, modernen Kongress- und Festsaals und der Eingangshalle erweiterte. Der Ehrenhof wurde zum „Wintergarten“, die mittlerweile historische Fassade aber blieb.

Bei den Vorbereitungen zur Mülheimer Landesgartenschau 1992 wurden die Unter- und Obermaschinerie der Theatersaal-Bühne und der Bühnenboden erneuert, die Eingangshalle renoviert und die Rotunde angebaut, die heute als Buchungsbüro dient. Dennoch setzte der einstige Glanz der „Grande Dame“ ein wenig Staub an, denn der technische und architektonische Vorsprung war längst Vergangenheit.

Es wurde Zeit für eine Rundumerneuerung. 2002 übernahm die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH das Gebäude und führte mit der Erneuerung der Brandschutzanlage und des denkmalgeschützten Kupferdachs die dringendsten Sanierungen durch. 2006/2007 erfolgte dann der Umbau zum Kultur- und Kongresszentrum unter Leitung von Professor Rudolf Schricker.

Heute werden die Besucher in der neu gestalteten Eingangshalle mit variablen Leuchtdecken, flexiblen Tagungsräumen in sachlich kühler Verpackung und lässiger Bistro-Lounge mit leichtem Retro-Touch zeitgemäß empfangen. Eleganz und Multifunktionalität stechen hervor. Modernste Medien-, Licht- und Klimatechnik sorgen für ein hohes Veranstaltungsniveau. Im Ruhrfoyer schmücken großflächige Mosaike von Johan Thorn Prikker die Eingangssäulen. „Die erhabene Musik“ und „Die profane Musik“ heißen die beiden kunsthistorischen Juwelen. Äußerlich blieb die Stadthalle unverändert. So büßte sie von ihrem besonderen Charme nichts ein. Ganz im Gegenteil: Alt und Neu bilden hier einen reizvollen Kontrast.

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