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Puristisch mit Details

Das Weingut Klumpp in Bruchsal zeigt seine neuen Räumlichkeiten

Ihre Kunden wie in einem Wohn- und Esszimmer zu empfangen, war einer der Wünsche von Ulrich und... mehr

Ihre Kunden wie in einem Wohn- und Esszimmer zu empfangen, war einer der Wünsche von Ulrich und Marietta Klumpp an ihren Architekten Daniel Henecka aus Bruchsal, als es darum ging, das Weingut mit dem Einstieg der beiden Söhne Andreas und Markus nochmals zu vergrößern. Nur in viel größeren Dimensionen: Nun lädt am spitz auskragenden Ende des immerhin über 300 m² großen Verkaufsraums eine aus Eiche modellierte Sitzlandschaft als „Wohnzimmer“ zum Verweilen ein, während auf der gegenüberliegenden Seite ein monumentaler Eichentisch mit einer Länge von 8,30 m den Bereich des „Esszimmers“ prägt. Insgesamt sollte sich im Innenausbau der neu errichteten Vinothek die Haltung des Familienunternehmens Klumpp widerspiegeln: Leidenschaft, Verbundenheit mit der Natur und Verpflichtung zur Qualität.

Beleuchtet von futuristisch anmutenden Lampen vom Modell Trabant von Tecnolumen sitzt es sich am großen Esstisch zum Weinverkosten oder zu Events besonders gut – die dazu kombinierten, verschiedenen Holzstühle sind Standardware und wurden in verschiedenen Rottönen lackiert. Ein organisch geformter und mit schmaler Holzlattung aus Eiche versehener Raumteiler dahinter bekommt durch die hinterlegten schwarzen MDF-Platten lebendige Schattenfugen. Durch eine Lichtfuge unten wirkt er wie frei schwebend im Raum. In dem puristisch-reduzierten Gesamtkonzept aus Beton, Holz und klaren Linien gibt es noch viele weitere Besonderheiten zu entdecken. Zum Beispiel die Decke: Für eine bessere Akustik wurde sie mit gelochten und dunkelgrau gestrichenen Rasterplatten aus Gipskarton versehen. Eine zweite Ebene schaffen die maßgefertigten Deckensegel aus Filz in changierenden Farbtönen, in die die Beleuchtung integriert wurde. Alle Möbel im „Wohnzimmerbereich“ vom Sofa bis zu den niedrigen Tischen sowie der große Esstisch sind Entwürfe vom Büro Henecka Architekten und wurden maßgefertigt.

Herzstück des Weinguts ist das sogenannte „Archiv“. Eine Schatzkammer für besondere Weine, sei es aus eigenen Jahrgängen oder exzellente Weine anderer Winzer. Reduziert auf das Wesentliche, umrahmt von dunklen Wänden und einer Wand aus Sichtbeton geben hier die dunklen, raumhohen und mit blau schimmerndem Licht hinterleuchteten Regale aus geschlitzten Stahlplatten den Blick auf die vielen Schätze frei, gut erreichbar durch eine maßgefertigte, verschiebbare Leiter. Weitere Lichtpunkte setzen die an schwarzen Textilkabeln und in Retro-Kupferfassungenen sitzenden Glühbirnen. An einem schlichten Tisch mit Holzplatte und geradlinigen Füßen gelingt es hier besonders gut, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Wein.

www.he-ar.de

Fotos:

Daniel Vieser
Architekturfotografie, Karlsruhe
www.dv-architekturfotografie.de