Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Präsent, eigenständig, gelassen

Doppelhaushälfte auf beengtem Grundstück in heterogenem Umfeld

Dieses Wohnhaus für eine junge Familie mit zwei Kindern liegt in einem zentrumsnahen, aber sehr... mehr

Dieses Wohnhaus für eine junge Familie mit zwei Kindern liegt in einem zentrumsnahen, aber sehr heterogenen Neubaugebiet in Bruchsal. Der einzige freie Bauplatz war eine beengte Fläche neben einer bestehenden Doppelhaushälfte. Allein die Verfügbarkeit und die Nähe zum Stadtzentrum gaben den Ausschlag für die Wahl des Bauplatzes.

Dass das Haus ochsenblutrot ist, hat einen triftigen Grund: Die gestalterische Vorgabe der Stadt für dieses Gebiet ist ein rotes Ziegeldach. Um dem Gebäude eine plastische Präsenz und poetische Form zu verleihen, entschieden sich die Architekten Norman Binder und Andreas-Thomas Mayer von f m b architekten mit den Bauherren für eine monochrome Farbgebung von Dach, Wand und Details in Ochsenblutrot. Es leitet sich direkt von den gewählten Dachziegeln ab. Die kräftige Farbe strahlt in ihrem bunten und heterogenen Umfeld eine erstaunliche Ruhe und Gelassenheit aus und stärkt die Identität des Hauses. Indem die Architekten auf die sonst üblichen Dachüberstände verzichteten, vergrößerten sie die nutzbare Wohnfläche. Ein präziser Dachanschluss zur Doppelhaushälfte des Nachbarn ist dennoch gewährleistet. Der Vorsprung des Hausgrundes betont zugleich die Eigenständigkeit des Hauses: Anstelle der sonst zwei Hausecken einer Doppelhaushälfte hat das rote Haus nun vier Ecken und wirkt eigenständig. Um die Proportion des Hauses zu verbessern wurde der Kamin als vertikales Element an die Giebelfassade gelegt. Die sonst sehr breit wirkende Giebelseite wird damit optisch „gebrochen“ und gegliedert. Über eine Service-Box für Holz, Abfall und Fahrräder werden die unterschiedlichen Ebenen der Eingangs- und der Gartenseite getrennt und die vorhandene Topografie geschickt genutzt. Da das Haus in einem Hochwassergebiet liegt, ist es in Stahlbeton konstruiert und das tief liegende Eingangsgeschoss als „Weiße Wanne“ ausgeführt. Alle Öffnungen in diesem Geschoss sind gegen eindringendes Wasser abgedichtet, sodass der Schaden bei Hochwasser begrenzt werden kann. Der Balkon über der Eingangstür wird daher – ironischerweise – auch als „Bootsanleger“ bezeichnet und könnte dieser Funktion sicher gerecht werden. Vorteil dieser Eingangslage ist, dass die sonst nur als Untergeschoss nutzbare Eingangsebene wertvolle Wohnfläche erzeugt und nun den Aufenthaltsbereich für die Kinder bildet. Die Konstruktion aus Stahlbeton wird im Innern als Sichtbeton erlebbar. Massives Eichenparkett, weiß verputzte Wände und lichtgraue Holzfenster dominieren den Raumeindruck. Rohes Stahlblech beim Kamin, Edelstahlgewebe im Treppenraum und gezielt gesetzte Farbakzente erzeugen atmosphärische Stimmungen. Das Büro Heiko Zirpel aus Bruchsal übernahm aufgrund der Nähe zum Bauprojekt die Ausschreibung und Bauleitung für f m b architekten.

www.fmb-architekten.de

Architekten: f m b architekten norman binder – andreas-th. mayer, freie architekten... mehr

Architekten:

f m b architekten norman binder – andreas-th. mayer, freie architekten – bda
www.fmb-architekten.de
Heiko Zirpel freier Architekt
heiko-zirpel.de

Schalter:

Jung
www.jung.de

Tür- und Fenstergriffe:

FSB
www.fsb.de

Edelstahlgewebe (Treppenhaus):

Jakob
www.jakob.com

Sanitärgegenstände:

Duravit
www.duravit.de
Ideal Standard
www.idealstandard.de

Armaturen:

Steinberg
www.steinberg-armaturen.de
Grohe
www.grohe.de

Sauna:

Sopra
www.sopra.de

Möbel:

Vitra
www.vitra.com

Fotos:

Andreas-Thomas Mayer