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Eine Hülle aus Holz und Glas

Die Einsatzzentrale THW Ortsverband Emmendingen besticht durch ihre unaufgeregte Architektur

Die neue Einsatzzentrale des THW Ortsverbandes Emmendingen soll den zusätzlichen Bürobedarf des... mehr

Die neue Einsatzzentrale des THW Ortsverbandes Emmendingen soll den zusätzlichen Bürobedarf des Technischen Hilfswerks abdecken. Ein reiner Zweckbau, aber mit einem hohen Anspruch an Gestaltung, der mit dem Einsatz nachhaltiger Baustoffe ein weithin sichtbares Zeichen setzt. Dies sei preiswürdig, hat die Architektenkammer Baden-Württemberg entschieden und den Kubus mit seiner raffinierten Holzfassade für beispielhaftes Bauen ausgezeichnet.

In Kenzingen bei Freiburg am Rande eines Wohngebiets gelegen, sollte sich das neue Gebäude einerseits zur Wohnbebauung abgrenzen und andererseits einen Ruhepol bilden zu den sich auf dem THW-Areal befindenden Lager- und Technikgebäuden mit ihren unterschiedlichen Größen und Dachformen. Gelungen ist dies im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den Architekten des Staatlichen Hochbauamts Freiburg gemeinsam mit Conrad + Conrad Architekten aus Lahr, indem sie einen einfachen, sehr kompakten, kubischen Baukörper unmittelbar an die Straßenkreuzung setzten. Die Fassade des zweigeschossigen, reinen Holzbaus (ohne Keller) wurde aus Lärchenholzlatten in zwei unterschiedlichen Querschnitten gestaltet, die nach einem Zufallsprinzip angeordnet sind. Dadurch ist eine ebenso homogene wie lebendige Gebäudehülle entstanden, in die teils umgreifende Fensterbänder eingeschnitten wurden. Die dabei verwendeten Holzaluminiumfenster sind ein Blickfang für sich – präzise detailliert treten sie aus der Gebäudehülle heraus. Lichtkuppeln im Obergeschoss sind eine weitere natürliche Lichtquelle, die zu der warmen und freundlichen Innenraumatmosphäre beitragen. Bei der Realisierung des Projektes stand nachhaltiges Bauen unter Verwendung ökologischer Produkte im Vordergrund und so zieht sich das Thema Holz durch den gesamten Innenbereich: Wände und Decken wurden in Sichtholzqualität nach dem Prinzip „Rohbau = Ausbau“ ausgeführt. Sie bestehen aus vorgefertigten Vollholzelementen aus Weißtanne, die leim- und metallfrei hergestellt und mit Holzschrauben aus Buche verschraubt wurden. Die Weißtanne sorgt für ein angenehmes Raumklima, der gesamte Bau duftet dezent nach Holz. Bei der Dämmung der Außenwände konnte gänzlich auf Folien und Dampfbremsen verzichtet werden, sie erfolgte mit Holzfaserplatten, die mit einer hinterlüfteten Lärchenholzschalung versehen wurde. Die Holzbilanz ist beeindruckend: Insgesamt wurden 150 m³ Schwarzwaldholz verbaut, wobei die Weißtanne mit allein 138 m³ zu Buche schlägt. Auch die Handwerker, die überwiegend aus der Region stammen, können mit Stolz auf die neue Einsatzzentrale blicken: Innerhalb nur einer Woche wurde die vorgefertigte Massivholzkonstruktion montiert und das gesamte Gebäude konnte nach einer nur fünfmonatigen Bauzeit an den Nutzer übergeben werden.

www.hba-freiburg.de


Fotos:

Andreas Muhs
www.muhs.de
Dieter Ruf
www.dieterruf.de