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Ein- und Ausblicke

Die neue Kunsthalle Mannheim ist als Stadt in der Stadt konzipiert

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Im Dezember ist der Neubau der Kunsthalle Mannheim an die Stadt und ihre Bürger übergeben worden. Damit ist nach dem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner einer der derzeit größten Museumsneubauten in Deutschland entstanden. Er schließt an das Jugendstilgebäude, den sogenannten Billing-Bau an, und ist als „Stadt in der Stadt“ konzipiert. Innerhalb einer einfachen Gesamtkubatur sind einzelne Baukörper für Ausstellungs- und Funktionsräume zu einer lebhaften Komposition zusammengefasst. Sie umschließen ein zentrales Atrium und sind über Galerien, Terrassen und Brücken miteinander verbunden. In Analogie zu den raumbildenden Elementen der Stadt – Haus und Block, Straße und Platz – entstehen für Besucher abwechslungsreiche Rundgänge durch geschlossene und offene Räume mit wechselnden Ein- und Ausblicken. Dabei bleibt, wie im größeren Maßstab der „Quadratestadt“ Mannheim, durch die klare, übergeordnete Struktur eine einfache Orientierung gewahrt. Zugleich bietet jede Situation auf dem Weg durch die Ausstellungen immer wieder neue Eindrücke – so wie in einer Stadt auch kein Ort dem anderen gleicht.

Im Stadtraum erhält die Kunsthalle zur Parkanlage des Friedrichsplatzes eine repräsentative Schauseite – wie bereits bei ihrer Gründung vor hundert Jahren angedacht. Von dort aus erreichen die Besucher das zentrale Atrium, Ausgangs- und Orientierungspunkt für Rundgänge durch die Ausstellungsbereiche auf drei Ebenen, von denen zwei über den historischen Athene-Trakt mit dem Jugendstil-Bau und von dort mit dem Freilicht-Skulpturengarten verbunden sind. Das Ausstellungskonzept sieht große Räume mit Lichtdecken vor sowie zwei Kuben mit Seitenlicht. Im zweiten Obergeschoss ist eine Dachterrasse in den Rundgang integriert, von der aus sich den Besuchern das Panorama des Friedrichsplatzes mit dem markanten Wasserturm eröffnet. Durch dieses Raumkonzept sind Museums- und Stadtraum vielfach funktional und visuell miteinander verwoben, sodass einerseits die Kunst über die Architektur weit in die Stadt ausstrahlt und andererseits die Stadt gewissermaßen barrierefrei in die Räume des Neubaus hineinfließt.

Die Fassaden sind von einem transparenten Metallgewebe – einem bronzefarben beschichteten Edelstahl-Mesh – umhüllt, das die Gesamtkubatur definiert und sich farblich an den Sandstein der Umgebung anlehnt. Variierende Maschenweiten sorgen für unterschiedlich starke Transparenz. Nach außen bleibt die Lesbarkeit des Volumens gewahrt, sodass die einzelnen Baukörper bei Tag und Nacht sowie in der Nah- oder Fernwirkung graduell differenziert wahrnehmbar sind. Wie eine Stadtstruktur eine Ordnung bildet, in der sich jede Einzelarchitektur individuell artikuliert, schafft das Konzept der „Stadt der Kunst“ einen identitätsstiftenden architektonischen Rahmen und ermöglicht als Projektionsfläche zugleich größte kuratorische Freiheit.

www.gmp.de

Architekten: Gerkan, Marg und Partner www.gmp.de mehr

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Gerkan, Marg und Partner
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