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Ein Juwel aus Alt und Neu

Das historische „Petershäusle“ wurde behutsam umgebaut und erweitert

Noch heute erinnert der Dachreiter, das Glockentürmchen, daran, dass hier einst eine Kapelle... mehr

Noch heute erinnert der Dachreiter, das Glockentürmchen, daran, dass hier einst eine Kapelle stand. Als diese vor fast 200 Jahren abbrannte, wurde dort ein Gebäude mit Scheune und Stallung gebaut. Dieses historische Gebäude war die Grundlage für den Umbau des sogenannten „Petershäusle“ in ein zeitgemäßes Wohnhaus, in dem die Historie bewahrt wird und modernes Wohnen Einzug findet. Als Vorgabe für das beauftragte Büro storz.architektur galt, dass die für die Gegend typische Bauform mit der Aufteilung von Wohn- und Gewerbeteil als „Eindachhof“ erhalten bleiben und neu interpretiert werden sollte: zwei kleine Wohneinheiten im Wohnteil, eine große Maisonettewohnung unter dem Dach und ein Pferdestall mit großzügigen, hellen Boxen im Erdgeschoss des Ökonomieteils.

Wer den „Petershof“ von einst kennt, konstatiert, dass sich der massiv gebaute Wohnteil nach der Sanierung nahezu unverändert zeigt. Die Holzkonstruktion des Ökonomieteils hingegen konnte nicht erhalten werden. Da die Außenwände aus baurechtlichen Gründen in großen Teilen bewahrt bleiben mussten, befindet sich der neue Holzbau nun innerhalb der Bestandswände – außen verputzt und in großen Teilen mit einer vorgesetzten Lamellenfassade aus Holz versehen. Die heutigen energetischen und bautechnischen Anforderungen konnten so auch ökonomisch umgesetzt werden. Das Holz im Außenbereich wurde farbig in einem dunklen Ton lasiert, der einen schönen Kontrast zum Weiß der Putzfassade bildet. Die Maisonettewohnung mit einem Wohnraum mit Galerie bis in den Dachspitz und mit integrierter Terrasse befindet sich im Gebäudeteil über den Pferdeställen und bietet einen beeindruckenden Ausblick in die Natur. Dank eines Durchbruchs befinden sich kleinere Schlafräume im Wohnteil. In den Dachflächen sind Glaselemente eingefügt, die die wichtigen Blickbeziehungen nach außen freigeben. Auf der rückwärtigen Seite ist zudem eine langgezogene Dachgaube in das Satteldach integriert, in die ein durchgehendes Fensterband eingebaut wurde.

Innen eröffnet ein offener Treppenraum vielfältige Blickbeziehungen – verputzte, ruhige Wandflächen treffen dabei auf halboffene Holz-Lamellenkonstruktionen. Und in der zweiten Ebene zeigen Neu und Alt welch spannende Momente auch ein durch und durch harmonisch gestaltetes Gebäude bieten kann. In den Innenräumen sind viele Flächen an Wänden und Decken weiß und lassen das überwiegend natürlich belassene Holz dadurch gut zur Geltung kommen. Die moderne und hochwertige Einrichtung setzt dabei eigene Akzente. Geheizt wird über eine Wärmepumpe, die Heiztechnik befindet sich unter dem Reitplatz.

www.holzbau-bruno-kaiser.de
www.storz-architektur.de

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 03|19)