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Zwei auf einen Streich

Campus und Naherholungsgebiet in Martinsried

Auf die Forbes-Liste der Universitäten mit dem schönsten Campus wird es das neue... mehr
Auf die Forbes-Liste der Universitäten mit dem schönsten Campus wird es das neue Wissenschaftszentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Martinsried wohl nicht schaffen. Das der biologischen und medizinischen Grundlagenforschung gewidmete Areal zwischen Großhadern und Planegg entstand auf der „grünen Wiese“, genauer auf ehemaligem Ackerland. Erst durch die Arbeit der Landschaftsarchitekten wurde aus ein paar Äckern ein strukturierter Campus mit Aufenthaltsqualität für die Studierenden und die Forscher, aber auch für die umliegend wohnende Bevölkerung – durch einen hinzugewonnenen Park und ein Fußballfeld.

Das Verfahren für die Gestaltung dieser Riesenfläche von 9,87 Hektar konnte das Büro Latz  + Partner Landschaftsarchitekten für sich entscheiden. Die nüchtern funktionle Architektur der Forschungsgebäude von K9 Architekten aus Freiburg wird durch den gestalteten Campus aufgelockert und übersichtlich strukturiert.

Von Westen beginnend ist die Abfolge der Landschaftszitate folgende: Ein Wäldchen wurde als Park mit diagonal gepflanzten Baumreihen aus noch jungen Eichen und Hainbuchen unmittelbar angrenzend an eine Siedlung mit kleinen Ein- und Zweifamilienhäusern angelegt. Das Areal wird von Spaziergängern mit ihren Hunden und den Campusmitgliedern gleichermaßen genutzt. Eine große ausgemagerte Wiesenfläche schließt sich an, die in einem Wall als Übergang zum zentraleren Bereich endet. Die nördliche Hälfte des Karrees der Forschungsbauten wird durch das fast geschlossene Geviert des Bio-Medizinischen Zentrums mit dem innen liegenden Audi-Max, dem größten Hörsaal Münchens, gebildet. Auf der südlichen Hälfte befindet sich die große Campuswiese auf der linken und die Mensa von Auer und Weber Architekten auf der rechten Seite. In diesem Teil wurde die ursprünglich hier verlaufende Großhaderner Strasse stillgelegt; sie durchquert nun diagonal diesen Teil des Geländes. So bleibt der Campus autofrei und ein großer Parkplatz schließt des Forschungszentum zur Strasse hin ab. Lediglich eine Versorgungsstraße am Eingang ist für Lieferfahrzeuge benutzbar.

Die Gebäude sind in der Höhe mit Brücken verbunden, dadurch bilden sich kleine Innenhöfe, die mit kleinen Pflanzeninseln belebt werden. Ein wesentliches Gestaltungsmittel ist ein langgestrecktes Wasserbecken sowie Wasserrinnen im Gras – als Rundlauf für das Wasser, das vom begrünten Dach heruntergeleitet wird. Bei starkem Regen und Überfüllung des langgestreckten Wasserbeckens kann sich das Wasser in offenen Rinnen wie ein mäanderndes Bächlein über den Wiesenflächen verteilen und versickern. In Wassernähe stehen feuchtigkeitsliebende Bäume wie Erlen und Weiden. Gruppen von Büschen sind in loser Folge über den Campus verteilt. An diversen Stellen stehen steinerne, dem Biergartenstil nachempfundene Tische und Bänke. Ein Angebot für geselliges Beieinandersitzen im Freien, wovon bei entsprechender Witterung auch reger Gebrauch gemacht wird. Und wie sich das für einen Campus so gehört, wird auch einfach im Gras gesessen und gepicknickt. Man kann nahezu von einem neuen Naherholungsgebiet sprechen, das hier von 2009 bis 2015 entstanden ist. Besonders der jenseits der Straße, zum Großhaderner Krankenhaus hin, gelegene Bolzplatz wird vorzugsweise an den Wochenenden stark frequentiert.

www.latzundpartner.de
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Garten- und Landschaftsarchitekten:

Latz + Partner
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Fotos:

Michael Latz, Burkhard Krüpe, Latz + Partner