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Wachgeküsst

Verjüngungskur und Optimierung eines Mehrfamilienhauses

Nachverdichtung ist das Zauberwort der Stunde. Auch ein Haus zwischen Museumsviertel und... mehr

Nachverdichtung ist das Zauberwort der Stunde. Auch ein Haus zwischen Museumsviertel und Hauptbahnhof sollte „wachsen“ und energetisch optimiert werden. Das Eckhaus des Architekten Voltenauer an der Luisen-/Karlstraße wurde 1954 gebaut – auf eine für damalige ästhetische Ansprüche formvollendete Weise: Das Haus mit seinen schlanken französischen Fenstern ähnelte in seiner Architektursprache dem berühmten Wohnhaus Sep Rufs in der Theresienstraße. 1984 wurde es überformt und mit kleineren Kunststofffenstern ausgestattet – die Stimmigkeit der Proportionen war dahin.

Lynx Architekten erhielten den Auftrag, die Fassade zu sanieren und das Haus um ein Penthouse aufzustocken. Das äußere Erscheinungsbild wurde der ursprünglichen Optik entsprechend wieder hergestellt und ist durch die Aufstockung sogar aufgewertet worden. Es wirkt nun schmal, schlank und elegant.

Die Aufstockung kam einem Kraftakt gleich. Die Baustellenfotos der Dachaufstockung zeigen, welcher Aufwand erforderlich war. Die Häuser aus den 1950er-Jahren sind statisch nicht für ein zusätzliches Dachgeschoss ausgelegt. Die Bauweise ist nicht besonders massiv und eigentlich kaum für zusätzliche Lasten ausgelegt. Bei einer derartigen Aufstockung müssen die Lasten abgeleitet werden, besonders bei der Stahlbauweise, die für das Penthouse gewählt wurde. Mittels eines Stahlrostes wird die Last auf die Außenmauern abgeleitet.

Die Fassade wurde energetisch ertüchtigt und die Kunststofffenster gegen schlanke französische Fenster mit Metallgeländer ausgetauscht. Das Penthouse ist leicht zurückversetzt und aufgeteilt in zwei Wohnungen mit einer umlaufenden Terrasse und haben jeweils etwa 150 m² Wohnfläche. Die Treppe sowie der neue Aufzug wurden um eine Etage aufgestockt. Oben angekommen gelangt man zu einem Mini-Patio mit einem kleinen Baum. Dieser Lichtschacht spendet der nach Norden liegenden Wohnung tagsüber auch etwas Sonnenlicht von Süden. Der Clou aber ist das aufgesetzte flache Walmdach, das von unten gar nicht wahrnehmbar ist. Jede der beiden Wohnungen hat eine Treppe zur eigenen Dachterrasse, die wie ein Nest windgeschützt in das Dach eingeschnitten ist.

www.lynx-a.com

Architekten: Lynx Architekten www.lynx-a.com Fotos: Oliver Heinl Stadtarchiv München,... mehr

Architekten:

Lynx Architekten
www.lynx-a.com

Fotos:

Oliver Heinl

Stadtarchiv München, FS-STR-1393