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Schätze am Stadtrand

Das neue Museumsdepot der Landeshauptstadt München in Freimann

Hier lagern wahre Schätze aus über 850 Jahren Stadtgeschichte: Über zwei Millionen... mehr
Hier lagern wahre Schätze aus über 850 Jahren Stadtgeschichte: Über zwei Millionen Sammlungsgegenstände der drei kulturgeschichtlichen Museen Stadtmuseum, Jüdisches Museum und Museum Villa Stuck sind seit Ende 2011 in einem Neubau an der Lindberghstraße 44 untergebracht. Das Museumsdepot fasst die zuvor über das Stadtgebiet verteilten Depotflächen zusammen und bietet auf einer Fläche von 9.700 m² Platz unter anderem für Gemälde, Möbel, Schaustellerei, Kleidung, Musikinstrumente, Kunsthandwerk und Film.

Der Neubau im „Freimanner Hölzl“, den die Münchner Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner in nur 18 Monaten Bauzeit realisierten, sorgt für die sichere und konservatorisch angemessene Aufbewahrung der Sammlungsstücke – darunter übrigens auch große Exponate wie Karusselle oder historische Ladeneinrichtungen.

Der annähernd quadratische Baukörper ist nicht nur funktional, sondern auch ansprechend gestaltet. Bedingt durch die heterogene Umgebung und das Fehlen von städtebaulichen Bezügen wurde das Depotgebäude – übrigens eines der größten in Europa – als eigenständiger Solitärbau konzipiert.

Matt, silbergrau schimmernde Schindeln aus verzinntem Kupferblech umhüllen das Gebäude wie ein Schuppenpanzer und versinnbildlichen die Funktion des Gebäudes – das Bewahren von Kulturgütern. Im Laufe der Jahre wird die Schindelfassade, die sich ohne Fugen und sichtbare Anschlüsse um das gesamte Gebäude „faltet“, Patina erhalten. Einzig die große, über Eck verlaufende Vitrine unterbricht die Schuppenhaut und macht das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich. Die hier ausgestellten Exponate verweisen auf den Nutzungszweck des nach außen fensterlosen Gebäudes. Um die reduzierte Außenwirkung der Fassade nicht zu stören, sind alle Zugänge und Fensterflächen zu dem in das Gebäude eingeschnittenen Betriebshof hin orientiert.

Im Inneren präsentiert sich die städtische Schatzkammer als funktionaler Zweckbau mit vier Stockwerken, zwei davon unterirdisch. Die auf die Anforderungen der einzelnen Sammlungen zugeschnittenen Lagerräume wurden im Rohbaustandard belassen: Betonfertigteile sind unbehandelt und Leitungen verlaufen sichtbar unter der Decke. Zur innerräumlichen Orientierung haben die Architekten ein markantes Farbkonzept entwickelt. Für jedes Geschoss wurde ein kräftiger Ton ausgewählt – knallrot, grasgrün, mittelblau und violett leuchten die Stirnseiten der Flure und des Treppenhauses.

Der klimastabile Baukörper, bei dem auf künstliche, energie- und somit kostenintensive Klimatisierung weitgehend verzichtet werden konnte, ist als Stahlbeton-Massivbau mit hoch gedämmter Gebäudehülle konzipiert. Dank seiner Konstruktion können Temperaturschwankungen bestmöglich ausgeglichen werden, was eine konstante Temperatur zwischen 15 und 20 Grad garantiert. Hierfür wurden in den Decken Rohre verlegt, durch die Wasser als Heiz- bzw. Kühlmedium fließt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reguliert die Luftfeuchtigkeit.
Einen hohen Stellenwert hat bei dem Gebäude auch der Brandschutz: Die einzelnen Depotbereiche können stromfrei geschaltet werden. Darüber hinaus kann die Stromversorgung auch zentral deaktiviert werden. So wird die Brandgefahr deutlich verringert. Sollte dennoch Feuer ausbrechen, verhindert die kleinteilige Zellenbauweise das Übergreifen auf andere Depotabschnitte.

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Architekten Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH www.architektenssp.de Fotos:... mehr

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Architekten Schmidt-Schicketanz
und Partner GmbH
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Fotos:

Stefan Müller-Naumann
www.mueller-naumann.de