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Ruhe vor dem (An-)Sturm

Vorbesichtigung des neuen Satellitengebäudes am Flughafen München

Blitzblank spiegelt noch alles in silbernen, weißen und leicht grünlichen Tönen – clean und edel.... mehr
Blitzblank spiegelt noch alles in silbernen, weißen und leicht grünlichen Tönen – clean und edel. Ein übersichtlicher Neubau, zumindest so lange bis sie losgelassen ist, die Meute reisewütiger und hektischer Menschen, die hier täglich durchgeschleust werden sollen. Dennoch erfährt man im Satellitengebäude eine neue Qualität des Reisens. Das Gebäude vermittelt dem Passagier durch seine Großzügigkeit und freundliche Architektur eine Ruhe, wohltuende Athmosphäre und besitzt hohe Aufenthaltsqualität.

Auf dem Vorfeld Ost, gegenüber dem Terminal 2, entstand zwischen 2012 und 2016 dieser Neubau als Erweiterung der bestehenden Gepäcksortierhalle. Seine Gebäudelänge von 605 m ist vergleichbar mit der Strecke vom Odeonsplatz bis zur Ludwigskirche. Koch+Partner Architekten und Stadtplaner, die bereits 2003 das Terminal 2 geplant haben, entwarfen nun auch den zugehörigen Satelliten. Norbert Koch, Senior im Architekturbüro, hat Planung und Baugeschehen von Anfang an geleitet und mitverantwortet. Ein zahlenbegeisterter Mitarbeiter hat errechnet, dass die Bauleiter und Planer während der gesamten vierjährigen Bauzeit etwa 176.000 km zurückgelegt haben.

In der Luftfahrt versteht man unter einem Satelliten ein Abfertigungsterminal ohne landseitige Anbindung. Aber auch die Etymologie erzählt etwas über die Bedeutung des Bauwerks: Im Lateinischen bedeutet „satelles“ der „Begleiter“. Der Entlastungsbau der Lufthansa und ihrer Star-Alliance-Partner, die bisher über das Terminal 2 abgewickelt wurden, war unverzichtbar, da das Passagieraufkommen seit 2003 erheblich zugenommen hat. Durch die Erweiterung können nun elf Millionen Passagiere pro Jahr mehr abgefertigt werden.

Die logistische Meisterleistung bestand darin, die Bauarbeiten während des laufenden Betriebs zu bewerkstelligen. Der Satellit wurde auf die bestehende Gepäcksortierhalle gebaut. Sie musste funktionsfähig bleiben, da sonst der gesamte Flughafenbetrieb lahmgelegt worden wäre. Das Gebäude verfügt über vier Ebenen, zwei seitliche Piers und eine zentrale Halle um den bestehenden Vorfeldtower, sowie den beeindruckenden PTS (Personen-Transport-System) Bahnhof, von dem aus die Fluggäste mit einer führerlosen U-Bahn in weniger als einer Minute von und zum Terminal 2 gebracht werden. Am 26. April ging der Satellit ohne Probleme termin- und kostengerecht in Betrieb.

www.kochundpartner.de
Architekten: K+P Architekten und Stadtplaner www.kochundpartner.de Fotos: Koch+Partner... mehr

Architekten:

K+P Architekten und Stadtplaner
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Fotos:

Koch+Partner
Stefan Müller-Naumann
Flughafen München