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Multifunktionales Sommermuseum

Die ,Schaustelle‘, eine temporäre Event-Spielstätte der Pinakothek der Moderne

Temporäre Bauten sind ,in‘. Sie sind eine Begleiterscheinung unserer schnelllebigen Zeit. Ob von... mehr
Temporäre Bauten sind ,in‘. Sie sind eine Begleiterscheinung unserer schnelllebigen Zeit. Ob von Stadt zu Stadt wandernde Gourmetzelte, Guggenheim-Labs, die temporäre Kunsthalle in Berlin, ein Opernpavillon auf dem Marstallplatz oder aktuell die ,Schaustelle‘ in München. Mit ihr wird der Pinakothek der Moderne (PdM), die im Jahr 10 nach ihrer Eröffnung bereits für ein halbes Jahr wegen Sanierungsarbeiten geschlossen werden muss, mit einer Event-Location aus der Patsche geholfen. Das Vier-Sparten-Haus PdM, das ein Architektur-, Graphik-, Kunst- und Design-Museum unter einem Dach vereinigt, wird diesen temporären Bau gemeinsam zu einem möglichst transmedialen Programm nutzen. Nach wenigen Wochen Aufbau steht die Schaustelle nun an der Ecke Gabelsberger- und Türkenstrasse.

J. Mayer H. Architekten, spätestens seit ihrem ,Metropol Parasol‘ in Sevilla zu ,Stararchitekten‘ avanciert, kommentieren ihren Entwurf wie folgt: „Die Schaustelle basiert auf einem räumlichen Konzept, das im unteren Bereich einen geschlossenen flexiblen Raum anbietet und darüber in einem offenen Raumgerüst unterschiedlichste, sich abwechselnde Interventionen, Installationen und Veranstaltungen ermöglicht. Mit Referenzen zur Neuen Nationalgalerie in Berlin oder zum Konzept des ,Fun Palace‘ von Cedric Price, einem Gebäude, das als Kulturmaschine ständig in Veränderung war. Und natürlich auch zum Centre Pompidou in Paris“. Ob es einen so genannten ,Stararchitekten‘ gebraucht hat, diese Zwischenlösung zu entwerfen, sei dahingestellt. Auch ist das Ergebnis weniger originell als praktisch, zumindest gelingt es dem Betrachter nicht, die Architektursprache zu erkennen, die sonst für die Bauten aus dem Hause J. Mayer H. typisch ist. Doch wer weiß, vielleicht entstehen durch diese, aus der Not geborene Lösung eines Sommermuseums, völlig neue Ideen für künftige Ausstellungskonzepte.

J. Mayer H. Architekten stellen einen geschlossenen Veranstaltungsraum mit der Grundfläche von knapp 40 x 15 Metern auf einen 30 cm dicken Betonsockel und lassen darüber eine performative, räumliche Gestängekonstruktion in die Höhe wachsen, mit einer Plattform auf der knapp 150 Personen Platz haben und darüber in 17 Metern Höhe eine Art Aussichtspunkt für maximal 35 Personen. In der Halle wird es Ausstellungen, Vorträge, Filmvorführungen, Workshops oder Konzerte geben. Auf dem Gittergerüst wird gefeiert, die Aussicht genossen, ausgeruht, gepicknickt - man wird sehen, was die Münchner und die Touristen sich einfallen lassen. Architektonisch, sagt Jürgen Mayer H., habe man bewusst auf diesen ,Look‘ eines Baugerüstes gesetzt, das während der Bauzeit im Museum auf diesen Prozess hinweist. Man wählte ausschließlich Elemente, die beim Bau verwendet werden und wiederverwendet werden können: Baugerüste, Industriecontainer, Gipskarton und transluzide Polycarbonatplatten zur Ummantelung des Saals.
Alle Abteilungen des Vier-Sparten-Hauses werden sich die Plattform für Ungewöhnliches teilen und den, so hofft man, lebendigen Mittelpunkt des Kunstareals bilden. Die Maßnahme wird gemeinsam aus Mitteln des Freistaats, der Stiftung Freunde der Pinakothek ,PIN‘ und vom Automobilhersteller Audi finanziert. Die Kosten bleiben mit einer Höhe von 750 000 Euro in einem vertretbaren Rahmen. Last not least wird die Maßnahme von den Initiatoren auch als politisches Signal verstanden, um die Realisierung des 2. Bauabschnitts der Pinakothek der Moderne voranzutreiben, die wegen knapper Kassen immer wieder verschoben wurde.

www.jmayerh.de
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J. Mayer H. Architekten
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Rainer Viertlböck
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