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Moderner Regionalismus

Umbau eines Siedlungshauses zum Landloft für drei Generationen

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Erdgeschoss Bestand
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Die Kinder sind ausgezogen, und die Großmutter lebt alleine in ihrem großen Haus. Die... mehr

Die Kinder sind ausgezogen, und die Großmutter lebt alleine in ihrem großen Haus. Die Mietwohnung der Tochter wird mit der Geburt des ersten Kindes zunehmend zu klein. Was wäre schöner für die Großmutter als mit den Enkelkindern zusammen zu sein und dabei auch noch beide berufstätigen Eltern zu entlasten? Eine Situation wie diese im Niederbayerischen Pocking gibt es auch immer öfter in anderen Kleinstädten.

Florian Schätz hat in Singapur gerade drei Penthäuser fertiggestellt als ihn die Anfrage erreicht, ob er sich um den Umbau eines Elternhauses kümmern mag. Der Architekt stammt aus dem Rottal, ist aber seit 10 Jahren vorwiegend in Süd-Ost Asien tätig und mit der Planung von Villen, Resorts und Wohnungsbau sehr vertraut. 
Beim nächsten Aufenthalt in Niederbayern entwickelt der Architekt mit den Bauherren die Idee weiter, damit drei Generationen unter einem Dach leben können. Die Planung sieht eine teilweise Entkernung des für die 1970er-Jahre typischen kleinteiligen Hauses vor und schafft loftartige Räume, die optimal auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet sind. Beide Wohneinheiten erhalten getrennte Zugänge. Das Apartment der Großmutter bekommt eine offene Küche und ist barrierefrei. Schätz arbeitet Motive im kleinsten Detail heraus. Für ihn ist die Modernisierung eine architektonische Form von Respekt. Er stellt Altes und Neues nebeneinander und kombiniert zeitlose Raumkonzepte mit Pragmatismus, Sachlichkeit und Funktionalität.

Mit der Verlagerung der Treppe entsteht ein großzügiger Eingangsbereich. Geschosshohe gläserne Wände durchfluten die Diele mit Licht, und auch an der Westseite sorgen raumhohe Fenster für eine freundliche Stimmung. Mit der einfachen Idee, das flache Satteldach um 8 cm anzuheben, erhält das Dachgeschoss fast 100 m² mehr Fläche für die Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer, ein Büro und einen Wellnessbereich mit Loggia, die mit einem Sichtschutz aus verdrehten Holzlamellen zum privaten Rückzugsraum wird. Industrieestrich durchzieht das Erdgeschoss, Rohstahlplatten umfassen das Treppenhaus, freigelegte Betondecken zeigen die Abdrücke der ehemaligen Holzverschalung. Teilweise wurde die Decke entfernt, ein Stahlträger eingezogen und eine Empore hinzugewonnen. Im Zentrum der Wohnküche schwebt ein 5 m langer Eichentisch, an dem sich das häusliche Leben der Familie hauptsächlich abspielt.

Holzschiebetüren und Möbel erinnern an Rottaler Bauernhöfe. Der Architekt spiegelt gekonnt das Handwerk in vielen Details wider und legt viel Wert auf einfaches nachhaltiges Bauen. Mit dem Umbau erhielten die Bauherrn nicht nur KfW40 Förderung, sondern auch mehr Wohnfläche als in einem Neubau. Die Spannung des Umbaus liegt jedoch darin, die Vergangenheit herauszuarbeiten und das Haus neu in der Tradition der Region zu beleben.

www.face2050.com

Architekten: Florian Schätz www.face2050.com Fotos: Jörn Blohm mehr

Architekten:

Florian Schätz
www.face2050.com

Fotos:

Jörn Blohm