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Mit der Leidenschaft für Proportionen

Außergewöhnliches Einfamilienhaus am Starnberger See

In einer ganz normalen Siedlung am Starnberger See ist 2006 das ambitionierte Wohnhaus... mehr

In einer ganz normalen Siedlung am Starnberger See ist 2006 das ambitionierte Wohnhaus ent­standen, das von dem Büro für Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsplanung design associates entworfen und umgesetzt wurde.

Um die Bedingungen des restriktiven Bebauungsplanes zu erfüllen und zugleich den offenen Wohnvorstellungen des Bauherren im Inneren gerecht zu werden, entschied sich der Architekt Stephan Maria Lang für einen zur Straße hin geschlossenen L-förmigen Baukörper. Dieses Entwurfskonzept aus räumlich bestimmten Wandscheiben und Ost-West gerichteten Mauern löst das Volumen zum privaten Außenraum auf, der sich vom Garten zum Schwimmteich im Osten durch den überwiegend verglasten Essküchenbereich durchzieht. Der Garten, der von der Abendsonne beschienen wird, sowie die Außenanlagen wurden von den Landschaftsarchitekten Koch + Koch konzipiert und entwickelt.

Ein wichtiges Element ist hierbei der überdeckte Sitzplatz, der hinsichtlich Sichtbeziehungen und Abschirmung ausgerichtet ist. Ein Holzsteg bildet die Nabelschnur in die bewaldete Hang-Kulisse, die in der Ferne hier und da den Blick auf den See freigibt. Ein architektonisches Highlight ist das in Hangrichtung lang gezogene Flugdach. Wie ein aufgeschlagenes Buch liegt das asymmetrisch aufgeteilte Dach über dem langen Teil des L-förmigen Baukörpers. Zum Licht hin geöffnet, reflektiert seine weiße Untersicht die flach einfallende Morgenröte in den räumlich interessanten Schlafraum.

Die beschwingte Leichtigkeit des streng kom­ponierten Raumkörpers erlaubt die Reduktion auf weitgehend weiße Wände. Als Kontrast hierzu sind im Innenbereich warme Töne auf sinn­liche Weise eingesetzt. So kommt zum Beispiel amerika­nischer Nussbaum für Fassade, Böden, Türen sowie Einbaumöbel zum Einsatz. Ergänzt wird dieses Material durch einen farblich passen­den spanischen Lavastein, der im Entree, in den Bädern und sogar in der ansonsten weißen Küche als Arbeitsfläche verwendet wird. Die Steinfugen des in Stein ausgeführten Eingangsbereiches korrespondieren mit den Schrankfugen und gehen perfekt mit der Randfuge des Treppenbelages auf. „Eigentlich ist dieses Haus ein riesiges, elaboriertes Möbel“, so der Architekt und deutet auf die Maserung des Nussholzes, die in sanften Wellen über die Schrankwand gegenüber dem Eingang verläuft. Nur wenige, ausgewählte Materialien bestimmen den angenehmen Innenraum, der sich zur offenen Küchenzeile hin entwickelt. Falls einmal mehr Privatheit gewünscht ist, kann diese jederzeit über bewegliche Trennwände hergestellt werden, die als zweifarbiges Kunstwerk angelegt sind.
Auf alle in wochenlanger Arbeit entwickelten fugenbildbezogenen Wandecken wurden Blindzargen gesetzt, die dem Putzer das Arbeiten an den Anschlüssen millimetergenau vorgaben. Die Planung stand schon vor dem Rohbau fest, so dass sich auch die Wände der Konsequenz des Ausbaurasters unterordnen mussten. Eine 10 mm breite Schattenfuge trennt alle Übergänge von den Putzflächen zu den bündig angeschlossenen Holzflächen der Fassade, der Einbaumöbel, der Treppe und der Türen. Die Fassade ist wie ein Möbel in Duo-Holz. Ohne außen sichtbare Deckleisten an Wand, Boden und Decke konzipiert, zeigt sich die Fassade von außen in einem vorgegrauten Teak, während innen amerikanischer Nussbaum eingesetzt wurde.

Die im Scheibenzwischenraum liegenden Sonnen- und Sichtschutzlamellen, die BUS-Technik gesteuert sind, reagieren auf die sich im Tagesverlauf verändernden Lichtverhältnisse. So wirkt das Haus selbst an trüben Tagen lichtdurchflutet und freundlich, während das Spiel der Sonne an hellen Tagen durch die vom Schwimmteich ausgelösten Reflexe seinen Höhepunkt findet. Auch nachts wird das taktische Spiel mit raumbestimmenden Wandelementen durch verdeckt gesetzte Beleuchtung räumlich differenziert noch in Szene gesetzt.

Die hohe Empfindlichkeit der Deckenflächen und einiger dem Streiflicht ausgesetzten Wandscheiben setzt absolute Präzision bei den Putz- und Spachtelarbeiten in den sichtbaren Oberflächen voraus. Zusammen mit dem immer präsenten Gartenraum und dem Innenarchitekturkonzept ist ein Maßanzug für die Familie entstanden. Diese absolute Präzision ist auch auf den Bauherren zurückzuführen, dessen Schreinerwerkstatt auf Innenausbauten spezialisiert ist. Andernfalls wäre eine solche Qualität wohl kaum zu bezahlen gewesen.

www.design-associates.de

Architekten Design Associates www.design-associates.de Fotos Angelo Kaunat... mehr

Architekten

Design Associates
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Fotos

Angelo Kaunat
www.kaunat.com

Hans Kreye
www.kreye.org