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Landhaus – modern interpretiert

Charmantes Mehrfamilienhaus am Ammersee

Das Mehrfamilienhaus auf dem Eckgrundstück in Schondorf gibt seine Feinheiten erst auf den... mehr

Das Mehrfamilienhaus auf dem Eckgrundstück in Schondorf gibt seine Feinheiten erst auf den zweiten Blick preis: Ins Auge fallen zunächst die sonnengelben Markisen, die Holzverschalung und das markant auskragende Dach. Mit diesen drei „Zutaten“ komponiert Architekt Jo Güth das Wohnhaus mit zwei kleineren Wohnungen im Erdgeschoss und einer größeren im Obergeschoss.

Besonders die klare Symmetrie des Hauses und das prägende ausladende Flachdach stechen ins Auge. Dieses Flugdach erinnert als Reminiszenz an den amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright, der erstmals in der Architekturgeschichte mit großen Dachüberständen experimentiert hat. Das Dach hat als Ablauf für das Regenwasser eine leichte trichterförmige Neigung zur Mitte hin. Der markante umlaufende Dachüberstand mit einer Breite von 1,20 m schützt die Lärchenholzverschalung vor frühzeitiger Vergrauung und auch die Kunststoff-Aluminium-Fenster werden vor Witterungschäden bewahrt. Im Erdgeschoss liegen zwei grundriss-gespiegelte Drei-Zimmerwohnungen; im Obergeschoss die großzügige Vier-Zimmerwohnung mit 145 m². Sie verfügt über drei Dachterrassen im Osten, Süden und Westen. Man kann hier sozusagen mit dem Lauf der Sonne über den Tag hinweg „mitwandern“. Alle Wohnungen haben eine offene Küche. Geheizt wird mit einer Pellet-Heizungsanlage, die sich im Keller befindet. Der außenliegende Edelstahlkamin fungiert zusätzlich als gestalterisches Element. Ebenfalls im Untergeschoss liegen großzügige Hobbyräume, in die durch Lichtschächte genügend Tageslicht nach unten gelangt. Der optisch reizvolle gelbe Sonnenschutz dunkelt die Innenräume zwar ab, man kann jedoch trotzdem von innen nach draußen sehen. Die Markisen sind sozusagen der farbige Akzent und das i-Tüpfelchen des Erscheinungsbildes des Hauses. Haus „Rose“, so der Name, ist in klassischer Massivbauweise mit Betonfertigteilen errichtet, die Außenwände aus Ziegelmauerwerk mit entsprechendem Wärmeschutz. Eine weitere Besonderheit ist auch die hinterlüftete traditionelle Stülpschalung aus sibirischer Lärche, ganz den oberbayerischen Scheunen nachempfunden. Die 90 Grad-Ecken sind auf Gehrung gearbeitet, was Zimmerleute heutzutage kaum noch herstellen. Der Carport mit drei Stellplätzen ist ebenfalls in Stülpschalung gearbeitet. Auch die eher robuste, staudenlastige Gartenbepflanzung passt sich dem Haus und seiner Umgebung an. Sie wurde von den Münchner Landschaftsarchitekten Pankratz und Keil geplant und von einem ortsansässigen Gärtner ausgeführt.

www.jo-gueth-architekt.de

Fotos:

Rainer Viertlböck
www.tangential.de