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Harte Schale – Kinderleichter Kern

Eine virtuos gestaltete Kita mit prächtigem Garten in Obergiesing

So manch einem Wanderer mag das Herz geblutet haben, als der (baufällige) „Perlacher Forstwirt“,... mehr

So manch einem Wanderer mag das Herz geblutet haben, als der (baufällige) „Perlacher Forstwirt“, ein uriges Traditionsgasthaus mit Biergarten am Rande des Perlacher Forsts abgerissen wurde. Die entstandene Baulücke füllt nun ein Haus für Kinder, das im Dezember 2017 fertiggestellt und bei den „Architektouren“ 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Der Architekt Manfred Stieglmeier mag „richtige Häuser“ – und er liebt Holz als Baumaterial. Beide Vorlieben kommen bei der Kita in der Holtzendorfstraße in Obergiesing zum Ausdruck. Wenn das Haus auch etwas asymmetrisch daherkommt, mit seinem rechteckigen Grundriss und seinen – wenn auch ungleichen – Satteldachschrägen fügt es sich perfekt in seine Umgebung ein. Der Bezirk Fasangarten gleicht einer dieser typischen Vorstadtsiedlungen, mit ihren kleinen Einfamilienhäusern: Vorgarten, zwei Geschosse, Satteldach, Schornstein – so, wie eben auch Kinder ein Haus malen. Der Architekt ist auf Holzbau spezialisiert und sein Wissen auf diesem Gebiet kann er bei seiner wissenschaftlichen Assistentenstelle am berühmten Lehrstuhl für Holzbau und Entwerfen von Prof. Hermann Kaufmann an der Technischen Universität München bestens anwenden.

Die dreizügige Kindertagesstätte für eine Kleinkindgruppe und zwei Vorschulgruppen ist in Hybridbauweise erstellt und verfügt über zwei Stockwerke mit ausgebautem Dachgeschoss und ist teilweise unterkellert. Das Fundament sowie die tragenden Wände sind in Stahlbetonbauweise ausgeführt, die übrigen Wände bestehen aus vorgefertigten Holzrahmenelementen, akzentuiert durch bewusst verteilte grüne Paneele. Holz ist auch im Innern das vorherrschende Element. Das Raumprogramm mit seinen großzügigen Gruppenräumen ist um einen Treppenkern aus raumhohen Weißtannenlamellen herum angeordnet. Das Dachgeschoss nimmt ein saalgroßer Multifunktionsraum ein.

Das „Zuckerl“ zum Gebäude ist der Garten mit seinem alten Baumbestand. Er liegt geschützt auf der Rückseite gen Süden. Die fast raumhohen Fenster sorgen nicht nur für Helligkeit im Innern, sondern lassen auch den Blick frei in diesen wunderschönen Garten mit Klettergerüst, Sandkasten und Wasserspielelementen.

Etwas geschlossener ist die zur Straße hin gelegene holzverschalte Nordfassade, mit ihren unterschiedlich großen, den dahinterliegenden Raumfunktionen entprechenden Fensteraussparungen. Die vertikal angeordneten rechteckigen Fassadenhölzer aus naturlasierter Fichte sind abwechselnd stehend und liegend angeordnet, womit sich ein aufgelockerter optischer Eindruck ergibt. Die drei schmalen mittigen Fenster sind teilweise von den Fassadenhölzern verdeckt. Die Traufseiten im Osten und Westen des Baukörpers und auch das Dach sind hingegen – einer schützenden Hülle gleich – mit rautenförmigen Aluminiumplatten verkleidet.

Ein Hort für Kinder mit hoher Raumqualität und einem prächtigen, als Spielparadies gestalteten Garten.
 
www.stieglmeier-architekten.de

Fotos:

Matthias Kestel
www.matthiaskestel.de

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