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Zu neuem Leben erweckt

Gelungene Sanierung der Kongresshalle im Spannungsfeld zwischen Historie und Moderne

Die von HPP Architekten nach dem Wettbewerbsgewinn umfassend sanierte und erweiterte... mehr

Die von HPP Architekten nach dem Wettbewerbsgewinn umfassend sanierte und erweiterte Kongresshalle am Zoo Leipzig hat eine spannende Geschichte. Im Jahre 1900 als Gesellschaftshaus des Zoologischen Gartens im neoromanischen Stil erbaut, etablierte es sich schnell im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Tanz- und Folkloreabende, Kongresse und Privatfeiern, das Deutsche Turnfest, Gewerkschaftstreffen und viele andere Veranstaltungen fanden hier statt. Nach notdürftigen Reparaturen der Kriegszerstörungen wurde das Hauptgebäude schon ab 1946 wieder als Kongresshalle und Hauptspielstätte des Leipziger Gewandhausorchesters genutzt. In der Folgezeit wurden dringend notwendige Instandsetzungen gar nicht oder nur provisorisch durchgeführt, das Gebäude verfiel zusehends und stand nach einem Brand 1989 lange Zeit leer. 2009 entschied sich die Stadt, gemeinsam mit dem Zoo und der Leipziger Messe, zur Sanierung.

Drei wesentliche Maßnahmen zeichnen die Revitalisierung aus: Ein dringend benötigter Ausstellungssaal wurde unter dem Großen Saal platziert. Das Restaurant im Richard-Wagner-Saal erhielt eigene Räumlichkeiten an der Westseite, den Palmensaal. Der neue Nordflügel präsentiert sich zur Pfaffendorfer Straße prominent im Stadtbild und orientiert sich in Form und Gestaltung an den nördlichen Nachbargebäuden, mit denen er ein erkennbares Ensemble bildet. Der dunkel gehaltene Glaskörper des Neubaus schließt unauffällig an die alte Kongresshalle an, die dadurch weiterhin als alleinstehender Bau wahrgenommen wird. Der neue Telemannsaal bildet das Bindeglied zwischen den historischen Baukörpern im sogenannten Konzertgarten. Seine Fassade aus überlagerten Spitzbögen nimmt Bezug auf den Weißen Saal und übersetzt sie in eine moderne Architektursprache.

Die Vielzahl der vorhandenen Zeitschichten war die zentrale denkmalpflegerische Herausforderung. Durch wiederholte Umbauten der Kongresshalle waren oft mehrere Zeitepochen in einem Raum sichtbar. Restauratoren mussten die Befunde akribisch prüfen und entscheiden, welche Zeitschicht erhalten oder rekonstruiert werden soll: Die bauzeitliche von 1900, jene aus den 1920er-Jahren oder die der Nachkriegszeit. Verschiedenste planerische, restauratorische, konstruktive, künstlerische und organisatorische Anstrengungen haben die durch intensive Nutzung und Vernachlässigung marode Kongresshalle in die moderne Kongresshalle am Zoo Leipzig verwandelt und zu neuem Leben erweckt.

www.hpp.com


Fotos:

Jochen Stüber
www.jochenstueber.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|21)

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