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Unkonventionell und mutig

Ein schönes und kostengünstiges Zuhause wird Realität

Dieses Einfamilienhaus in Pirna bringt zwei Dinge unter einen Hut, die auf den ersten Blick... mehr

Dieses Einfamilienhaus in Pirna bringt zwei Dinge unter einen Hut, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen. Die junge Bauherrenfamilie verfügte über ein sehr enges Budget von 300.000 Euro, das überhaupt nicht zu ihren Wünschen passen wollte. Der Architekt Jürgen Lehmeier vom Nürnberger Büro für Bauform nahm die Herausforderung an. Das realisierte Gebäude ist das gelungene Beispiel, wie mit unkonventionellen Mitteln und dem Hinterfragen von vermeintlich gesetzten Standards qualitativ hochwertige Architektur und ein modernes Zuhause kostengünstig entstehen kann. Ein bedeutender Teil der Lösung bestand darin, Materialien aus dem Industriebau in ansprechender Weise in den Wohnungsbau zu überführen.

Um alle Vorgaben des Bebauungsplans und des Baurechts zu erfüllen und zugleich optimal auszunutzen, zerlegte der Architekt den Baukörper in seine notwendigen Teile, optimierte diese und fügte sie additiv wieder zusammen. Maßgebend waren die vorgeschriebenen Traufhöhen für ein Wohnhaus von 5,50 m und die maximal zulässige Traufhöhe für eine Garage von 3 m. Der Mittelbau gilt baurechtlich als Wintergarten, der keiner Anforderung unterliegt – er fungiert als Vermittler und dient der Erschließung. Darüber hinaus erhält er eine neue Zuschreibung, der Architekt nennt ihn Energiegarten.

Das Wohnhaus weist die geringste Länge und die größte Höhe auf, hier sind sämtliche Funktionen eines klassischen Wohngebäudes versammelt: drei Schlafzimmer, Küche und Esszimmer. In der Garage finden sich alle Nebenfunktionen wie Technikräume, eine Toilette und der Zugang. Der Energiegarten ist Teil des ausgeklügelten Energie- und Lüftungskonzeptes. Wegen des großen Luftvolumens wirkt er als Luft-Wärmekollektor und verteilt die Energie im Haus durch natürliche Konvektion. Sensorsteuerungen öffnen und schließen bei Bedarf die großen nordseitigen Dachfenster. Die Fassade aus Polycarbonatplatten aus dem Industriebau in Verbindung mit einem Holzskelettbau stellt eine äußerst kostengünstige Bauweise dar. Das Material hat einen hohen Lichttransmissionsgrad bei ausgezeichneten Wärmedämmeigenschaften. Das Ergebnis sind lichtdurchflutete, wohlig temperierte Innenräume. Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade der übrigen Gebäude besteht aus standardisiertem, sehr nachhaltigem Trapezblech. Alle Materialien sind trenn- und recycelbar. Holz-Alu-Fenster nehmen die Materialität des Skelettbaus wieder auf und stehen im bewussten Kontrast zum kühlen Beton. Aus dem Industriebau entlehnte Verfahren und Materialien im Wohnungsbau einzusetzen, erforderte von Bauherren, Architekt und Handwerker Mut und Umdenken. Das Ergebnis hat sich gelohnt.

www.bauform.net

Wohnfläche: 118 m²
Grundstücksgröße: 1.107 m²
Bauzeit: 2016–2017

Fotos:

Markus Vogt

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|22)

Architekten: Büro für Bauform www.bauform.net Elektroarbeiten: Elektro-Anlagen Kadner... mehr
Architekten:

Büro für Bauform
www.bauform.net

Elektroarbeiten:

Elektro-Anlagen Kadner
www.eak-pirna.de

Sanitär:

Gröschel
Telefon: 03501-528053

Gerüst:

Oertl Gerüstbau
www.oertel-geruestbau.de

Schreinerei (Küche):

Tischlerei Hering
www.tischlerei-hering.de

Metallbau:

Metallbau Worsch
www.worsch-metallbau.de

Mauerwerk, Holzbau:

Ytong Bausatzhaus Dresden
www.ytong-bausatzhaus.de

Polycarbonat, Trapezblech:

LTG – Lothar Tschierschke
www.dach-fassadenbau.de

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