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Markantes Tor zur Stadt

Eine gelungene Umgestaltung und Neuorganisation des Chemnitzer Hauptbahnhofs

Ein offenes, zeitgenössisches Tor zur Stadt – so versteht sich die Transformation des Chemnitzer... mehr

Ein offenes, zeitgenössisches Tor zur Stadt – so versteht sich die Transformation des Chemnitzer Hauptbahnhofs. Dafür wurde die introvertierte Bahnhofshalle aus den 1970er-Jahren bis auf die Tragstruktur zurückgebaut und sämtliche Einbauten aus der Fassade entfernt. Aus dem ehemals verschlossenen Bahnhofsgebäude ist ein „Stadtbaldachin“ geworden, der sich weit über die Bahnsteige spannt und großzügig zur Stadt hin öffnet. Der fließende öffentliche Raum setzt sich in den Stadtraum fort und verbindet die bislang abgekoppelte Bahnhofshalle mit dem städtischen Kontext. Hintergrund für die grundlegende Umgestaltung und Neuorganisation des Bahnhofes durch Grüntuch Ernst Architekten aus Berlin war die Einführung des „Chemnitzer Modells“, das das städtische Straßenbahnnetz mit dem Regionalbahnnetz verknüpft, um die Regionen im Umland besser an die Stadt anzubinden.

Durch Rückbau des quer zu den Bahnsteigen stehenden Gebäudeteils und teilweises Absenken des Gleisniveaus kann der öffentliche Tram-Verkehr direkt in die Bahnhofshalle einfahren und auf das DB-Netz wechseln. An der schwebenden Fassade, die in etwa sechs Metern Höhe über dem Boden beginnt und die Halle an zwei Seiten abschließt, sind etwa 100 transluzente pneumatische ETFE-Membrankissen befestigt. Mit ihrer versetzten Anordnung wird das Gestaltungsthema der rhythmischen Gliederung der Bestandsfassade zitiert und weiterentwickelt. Die innere Fassade der Halle wird mit textilbespannten Metallrahmen ausgebildet, die analog zur Außenfassade ebenfalls versetzt angeordnet sind.

Für ankommende Besucher des Bahnhofs ist der Blick in die Stadt einladend offen. Durch die transparente Textilhülle kann das Tageslicht bis tief in die Halle eindringen – verschleiert vom Traggerüst und dem Hüllgewebe. Als Kontrast dazu bildet die Fassadenunterseite mit rautenförmigen, schwarz polierten Edelstahlblechen eine kleinteilige Textur, in der sich die darunter liegende lebendige Verkehrsfläche vielfältig spiegelt. Entlang des Längsbahnsteigs ist die Fassadenunterseite etwas schräg gestellt: Die hier neu angelegte Aufenthaltsfläche mit Bäumen und grünen Sitzpodesten wird dadurch in die Tiefe der Bahnsteighalle reflektiert.

Mit Einbruch der Dämmerung wird die Fassade mit bewegten Lichtmustern künstlerisch bespielt. Der Platz unter dem „Stadtbaldachin“ ist dann in einladend warmes Licht getaucht. Die Illuminierung verleiht diesem neuen öffentlichen Platz eine besondere Qualität und markiert so den Bahnhof als Ort der Bewegung und Begegnung.

www.gruentuchernst.de

Fotos:

Jan Bitter
www.janbitter.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 04|21)

Architekten: Grüntuch Ernst Architekten www.gruentuchernst.de Tragwerk, Haustechnik:... mehr
Architekten:

Grüntuch Ernst Architekten
www.gruentuchernst.de

Tragwerk, Haustechnik:

Buro Happold Engineering
www.burohappold.com

Haustechnik:

Ingenieurgesellschaft Lachmann-Dominok
www.lachmann-dominok.de

Freianlagen:

Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten
www.topotek1.de

Lichtplanung:

Lichtvision Design
www.lichtvision.com

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