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Konzept: Luxus der Leere

Der vielfach ausgezeichnete Umbau der Halle 14 integriert gleichberechtigt verschiedene Zeitstile

Die ehemalige Baumwollspinnerei im Leipziger Westen war 1907 die größte Baumwollspinnerei... mehr

Die ehemalige Baumwollspinnerei im Leipziger Westen war 1907 die größte Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas. Auf dem Gelände haben bis 1989 bis zu 4.000 Menschen im Drei-Schichtbetrieb gearbeitet. Seit der Abwicklung der Baumwollgarnproduktion 1992 unterliegt der Ort einem ständigen Wandel. Vor allem Künstler waren Pioniere der Wiederbelebung. Die Halle 14 war das größte Gebäude und das Herz der früheren Baumwollspinnerei. Seit 2002 widmet die Stiftung Federkiel das fünfgeschossige Gebäude mit insgesamt 20.000 m² der zeitgenössischen Kunst. Auch aufgrund seiner nicht kommerziellen Nutzung als Kunstraum ist es bis heute von zentraler Bedeutung.

2007, als es in dem maroden Gebäude noch an unzähligen Stellen durch das 4.000 m² große Dach regnete, erfolgten parallel die Planung des Besucherzentrums durch das Büro Quartier Vier gemeinsam mit dem Künstler Tilo Schulz, die Gründung des Vereins Halle 14 sowie der Entwurf eines ersten Nutzungskonzeptes für das gesamte Gebäude in vielen Diskussionen. Im Erdgeschoss wurde Raum für die Kunstbibliothek, eine Lounge und Arbeitsplätze für die Mitarbeiter des Vereins geschaffen. Mit Hilfe von Fördermitteln konnten weitere Bauabschnitte realisiert werden: 2009 erfolgte die Dachsanierung, 2010 die Instandsetzung der Fassade und der Umbau des ehemaligen Frauenwaschhauses, 2012 die bau- und brandschutzrechtliche Ertüchtigung, die Errichtung eines neuen Treppenhauses und der Ausbau von ca. 20 Ateliers.

Im Besucherzentrum vermitteln sandgestrahlte Decken, grob belassene Wände und geölte Eisenstützen als haptische Strukturen der Erinnerung sinnfällig Baugeschichte. Sie kontrastieren mit spartanisch designten Einbauten oder der schwungvoll terrassierten Sitzlandschaft. Im hinteren Bereich wird auf 2.000 m² zeitgenössische Kunst gezeigt. Im Gegensatz zu den kommunikationsorientierten Arbeitsplätzen des Besucherzentrums haben die Ateliers trotz ihrer Raumhöhe und Größe durch karge Ziegelwände und schlicht weiße Trockenbauwände eine fast klösterliche, konzentrierte Atmosphäre. Im Anbau, heute Ort des Kunstvermittlungsprogramms „Kreative Spinner“, herrscht emsige Werkstattatmosphäre. Unerreichbare Fliesenfelder verweisen subtil auf die frühere Nutzung als Frauenwaschhaus. Neue Formen des Arbeitens bieten Großraumbüros für junge Start-ups.

www.quartiervier.com


Fotos:

Michael Moser
www.michaelmoserimages.de
Denis Bury
www.denisbury.de
Werner Hannappel
www.wernerhannappel.com

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|20)

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