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Fabrik 4.0

Sichtbeton, Metall und Glas prägen diese Hightech-Produktionsstätte

In Wilsdruff, unweit von Dresden, hat das Stuttgarter Architekturbüro Neugebauer + Rösch nach... mehr

In Wilsdruff, unweit von Dresden, hat das Stuttgarter Architekturbüro Neugebauer + Rösch nach dem Wettbewerbsgewinn für B. Braun Melsungen Europas modernste Produktionsstätte von Dialysatoren realisiert. Der weltweit tätige Konzern produziert in den Reinräumen der neuen Hightech-Anlage jährlich mehrere Millionen Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte für Patienten in 100 Ländern. Kern des Projekts ist die 143 x 62 m große Produktionshalle, in der unter speziellen Reinraumbedingungen die Dialysatoren zusammengebaut werden. Büro- und Gemeinschaftsflächen, Bereiche für die Logistik sowie das rückwärtige, leicht versetzt angeordnete Kesselhaus vervollständigen das Industrieensemble. Auf einer Bruttogeschossfläche von 15.000 m² entstanden 140 neue Arbeitsplätze.

Sichtbeton, Metall und Glas charakterisieren die klare, unaufgeregte Architektur des Neubaus. Mit seiner großflächigen Glasfassade öffnet sich das Fabrikgebäude zum Vorplatz, über den sich Mitarbeiter und Besucher dem Gebäude nähern. Durch die zurückgesetzte Fassade entsteht im Eingangsbereich eine einladende, geschützte Fläche. Filigrane Stützen unterstreichen die wirkungsvoll reduzierte Architektursprache des Industriebaus. Die transparente Fassade ermöglicht Einblicke in das Foyer, die Cafeteria und die Galerieebene mit den dahinter liegenden Büroflächen.

Auf die gleichwertige Gestaltung der Arbeitsumgebung für alle Beschäftigten – ob am Schreibtisch im Büro oder in der Montage- und Produktionshalle – legte der Architekt Robert Rösch großen Wert. In den Pausen können die Büromitarbeiter eine begrünte Dachterrasse nutzen. Aber auch für die im Halleninneren gelegenen, hermetisch abgetrennten Reinräume wurde ein Bezug zur Außenwelt geschaffen. Über zwei Lichthöfe gelangt nicht nur Tageslicht in die Hightech-Arbeitsräume. Die dort platzierten Schiefersteinfindlinge sind ein wohltuender Kontrast zu den sterilen Arbeitsräumen und bieten den Augen der Mitarbeiter im Spezialanzug kleine Auszeiten. 

Das 1839 gegründete Unternehmen ist bis heute in Familienbesitz. Traditionell spielt qualitätvolle Industriearchitektur eine wichtige Rolle, besonders Sichtbeton hat dabei einen hohen Stellenwert. In der neuen Filterfabrik wird dies unter anderem an den großflächigen, mit Trägerschalungen realisierten Sichtbetonoberflächen im Foyer deutlich. Sie korrespondieren sehr gut mit den den großformatigen Glaselementen und dem ebenfalls flächig hergestellten Terrazzoboden. Statisch interessant ist das aussteifende „Rückgrat“ der Anlage, in dem sich der Besuchergang und die zentrale Infrastruktur befinden: Es ist als Ortbetonkonstruktion ausgeführt und hochbewehrt, um die Horizontalkräfte aus den großen Dach- und Fassadenflächen aufzunehmen.

www.neugebauer-roesch.de

Fotos:

Till Schuster
www.tillschuster.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 03|21)

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