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Die Oscar Niemeyer Sphere glüht

Licht setzt sein letztes Werk gekonnt in Szene

Die Oscar Niemeyer Sphere glüht
1. Obergeschoss
Die Oscar Niemeyer Sphere glüht
2. Obergeschoss
Die Oscar Niemeyer Sphere glüht
Dachgeschoss
Die Kugel wirkt wie vom Himmel gefallen und zufällig. Sie besticht nicht nur durch ihre für... mehr

Die Kugel wirkt wie vom Himmel gefallen und zufällig. Sie besticht nicht nur durch ihre für Niemeyer typischen sinnlichen Wölbungen, sondern auch durch eine raffinierte Konstruktion. In 8 m Höhe ruht sie optisch losgelöst auf der Ecke der fast 100 Jahre alten Backsteinhalle auf einem bündig an den Gebäudekopf gesetzten Betonschaft. Organisch geformte Ausschnitte der perfekten Betonhülle geben ein geodätisches Stahlmaßwerk mit 147 dreieckigen Scheiben frei. Niemeyer ist ein Meister der Kurven. Genau diese zeichnen die Lichtplaner von Licht Kunst Licht im Inneren und Äußeren nach. Sie betonen die feinen Rundungen mit dem richtigen Licht und verleihen dem Beton die für den Architekten charakteristische Leichtigkeit. Im intensiven Austausch mit Jair Valera, Oscar Niemeyers rechter Hand in Rio de Janeiro, setzten die Lichtplaner ein auf die Architektursprache abgestimmtes Beleuchtungskonzept um.

Im Barbereich zeichnet eine Deckenvoute entlang des Perimeters der Kugel die runde Grundrissform nach und blendet die gewölbte Weißbetonschale mit indirektem Licht ein. Der Bartresen sowie ein Kunstwerk von Niemeyer an der roten Rückwand werden mit direktstrahlenden Einbauleuchten in Szene gesetzt. Über die freischwebende Treppe erreicht man das lichtdurchflutete Restaurant im vorderen Bereich der Glaskuppel mit wunderbaren Ausblicken. Flüssigkristallgläser verdunkeln automatisch je nach Sonneneinstrahlung und sorgen für Blend- und Hitzeschutz.

Abgestimmt auf unterschiedliche Nutzungen bietet das Kunstlicht speziell für die Abendstunden einprogrammierte Lichtszenen an. Justierbare, kleine Strahler sind in der Trennwand inte­griert und beleuchten die innere Betonhülle, die als Reflektor fungiert. Weitere Strahler sitzen im Bodenlüftungskanal direkt neben der Glas-Stahlkonstruktion, um diese sanft mit indirektem Licht einzublenden. Miniaturstrahler an den Knotenpunkten dienen zur Direktbeleuchtung des Raumes sowie zur Inszenierung des Wandbildes. Um auch bei Dunkelheit den Blick in den Himmel genießen zu können, sind Boden und Tische dunkel gehalten, um Reflexionen in den Scheiben zu vermeiden.

Gerade in den Abendstunden soll die organische Form der Kugel in ihrer Ganzheit auch von außen erlebbar sein. Die Lichtvouten und die innere Indirektbeleuchtung zeichnen das Volumen der Kugel nach, setzen Wölbungen in Szene und erzeugen Tiefenwirkung. Auf den Dächern montierte Gobo-Strahler illuminieren die weißen Betonschalen der Kugel. Das angrenzende Kesselhaus und die großen Fensteröffnungen in der Kugel werden durch Spezialmasken ausgeblendet. So lässt die Außenbeleuchtung die Kugel im dunklen Nichts schweben.

www.lichtkunstlicht.com
www.technesphere.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|20)

Lichtplaner: Licht Kunst Licht www.lichtkunstlicht.com Leuchten: XAL www.xal.com LED... mehr
Lichtplaner:

Licht Kunst Licht
www.lichtkunstlicht.com

Leuchten:

XAL
www.xal.com
LED Linear
www.led-linear.de
Lucifer Lighting
www.luciferlighting.com
Bega
www.bega.com
Opticalight
www.opticalight.ch

Flüssigkristallgläser:

Merck
www.merckgroup.com

Fotos:

Margret Hoppe
www.margrethoppe.com
Sebastian Stumpf
www.stumpf-photography.de