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Bühne frei!

Auf der Spinnerei wurde die Halle 7 saniert und zum Theaterhaus umgebaut

Bühne frei!
Isometrische Ansicht
Bühne frei!
Ansicht Nord
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Schnitt
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Erdgeschoss
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3. Obergeschoss
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Lageplan
Die 1884 gegründete Leipziger Baumwollspinnerei in Lindenau war die größte Baumwollspinnerei... mehr

Die 1884 gegründete Leipziger Baumwollspinnerei in Lindenau war die größte Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas mit bis zu 4.000 Beschäftigten. Seit der Abwicklung der Baumwollgarnproduktion Anfang der 1990er-Jahre hat sich das riesige, 10 ha große Areal mit zahlreichen Galerien, Ausstellungsflächen, Ateliers, Werkstätten, Läden, Restaurants und unterschiedlichen Unternehmen zu einem pulsierenden Zentrum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Kreativität entwickelt. Mit der Umwidmung der Halle 7 zum Theaterhaus ist ein weiterer attraktiver Anlaufpunkt hinzugekommen. W&V Architekten haben mit der Sanierung und dem Umbau das letzte der vier großen Spinnereiproduktionsgebäuden auf dem Gelände einer neuen Nutzung zugeführt.

Im 2. und 3. Obergeschoss sind auf insgesamt rund 4.000 m² die Theater- und Probensäle für das Leipziger OFF-Theater (LOFFT), das Leipziger Tanztheater und das Theater der Jungen Welt mit der dazugehörigen In­frastruktur wie Büroräume, Garderoben, Fundus und Lager untergebracht. Das LOFFT und das Leipziger Tanztheater werden von gemeinnützigen Vereinen getragen, das Theater der jungen Welt ist ein Eigenbetrieb der Stadt Leipzig. Erdgeschoss und 1. Obergeschoss werden zur Zeit nicht genutzt, Planungen für ein Naturkundemuseum hatten sich zerschlagen. Zur Zeit plant die Stadt Leipzig auf den freien Flächen ein Innovationszentrum.

1907 wurde die Halle 7 an der nordwestlichen Grundstücksgrenze erbaut. Im Gegensatz zu den anderen Spinnereigebäuden aus Backstein handelt es sich bei dieser Halle um einen der ersten Stahlbetonskelettbauten in Leipzig, das von Max Pommer in sogenannter Hennebique-Bauweise errichtet wurde. Dabei wirken Decken, Unterzüge und Stützen als Verbundsystem, was sehr schlanke Konstruktionen mit großen Spannweiten ermöglichte. Das Tragsystem aus Stahlbeton wurde ergänzt durch Mauerwerks­ausfachungen an den Fensterbrüstungen und gemauerte Treppenhauswände. Bei der Sanierung dieses Baudenkmals sollte die historische Substanz – wo immer möglich – erhalten und herausgearbeitet werden und mit den notwendigen, heutigen Anforderungen baulich in Einklang gebracht werden. So wurden z. B. die Schmuckelemente der Nord- und Südfassade wiederhergestellt und auf der Westfassade neue Holzfenster mit historischer Teilung eingebaut. Das nordwestliche Treppenhaus wurde um einen neuen Aufzug ergänzt, alle Öffnungen sind hier zu einem vertikalen Glasband zusammengefasst, was den Hauptzugang klar ablesbar macht. Das straßenseitige Schrägdach im 3. Obergeschoss mit den Bestandsoberlichtern wurde großflächig geöffnet, die neue Atelierverglasung flutet das gemeinsam genutzte Foyer und die Tanzsäle mit Licht. Die Architekten realisierten eine komplexe neue Tragstruktur, um großzügige und stützenfreie Theatersäle und Proberäume inklusive zeitgemäßer Bühnentechnik zu ermöglichen. Entstanden ist ein spektakulärer Theaterort.

www.wuv-architekten.de

Fotos:

W&V Architekten

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|21)

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