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Raum für Bildung

Der Neubau des Seminargebäudes der Universität zu Köln

Wer sich derzeit durch den Campus der Universität zu Köln bewegt, stellt eine überaus rege... mehr
Wer sich derzeit durch den Campus der Universität zu Köln bewegt, stellt eine überaus rege Bautätigkeit fest. An etlichen Stellen entstehen neue Forschungs- und Lehrgebäude, Kliniken und Labore. Mit einem eigenen Masterplan „Universität wird Stadt“ reagiert die Hochschule auf steigende Studierendenzahlen und den Status als Exzellenz-Universität; die Investitionen werden bis 2025 etwa 1,3 Milliarden Euro umfassen. Besonders wird auch auf die städtebauliche Einbindung des Campus in den umgebenden Stadtraum geachtet.

Am zentralen Albertus-Magnus-Platz, zwischen Philosophikum und der Unibibliothek gelegen, wurde 2010 das auf etwa 900 Studierende ausgelegte Seminargebäude fertiggestellt. Entworfen wurde es von Paul Böhm, der im vorangegangenen Wettbewerb den ersten Preis gewann.

Paul Böhm, auch Architekt der noch in Bau befindlichen Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, erläutert grundsätzliche Überlegungen: „Eine Universität ist im Grunde wie eine kleine Stadt in der Stadt. Die Gebäude dienen einem spezifischen Zweck. Die Freiräume dazwischen werden zu Treffpunkten, zu Orten des Austausches auch der Disziplinen untereinander. Diese Eigenschaften sind der Universität zu Köln in den vergangenen Jahren abhanden gekommen. Unser Bau macht hier einen Neuanfang, indem wir die Räume gliedern und strukturieren. Durch die Schaffung von Enge und Weite entstehen Plätze mit unterschiedlichem Charakter.“

Die halböffentlichen, erschließenden Bereiche zwischen den geschlossenen Baukörpern fließen durch großzügige Glasfassaden fast in den Außenraum ein und bieten Raum für Lese- und Aufenthaltszonen. Auf gleicher Ebene mit der Platzfläche öffnen sich im Erdgeschoss Cafeteria, Stehkonvent und das Büro der Studentenvertretung über die Glasfassade ebenfalls dem Außenraum. Das Gebäude besteht aus insgesamt vier Ebenen; über dem Eingangsgeschoss befinden sich nahezu baugleich Ebenen mit je sechs Seminarräumen, Lese-, Warte- und Arbeitsbereichen.

Auffällig in seiner durchdachten, dezenten Zurückhaltung ist das Form-, Material- und Farbkonzept. Die Fassade ist aus einem hellen, gestockten Sichtbeton erstellt. Die Fenster in den Seminarräumen sind stark gegliedert und kontrastieren so mit den ruhigen Flächen der öffentlichen Bereiche. Dunkle Parkettböden, Lärchenholzwände und helle Sichtbetondecken finden sich in den für die Lehre bestimmten, geschlossenen Seminarräumen. Die öffentlichen Bereiche sind robust gehalten, wirken dennoch einladend. Weiche, helle Betonflächen vermitteln den Eindruck vom Außenraum. Ein geschliffener Estrichboden, aus der Betonwand heraus wachsende Sitzbänke und Stehtische bilden den Hintergrund für die Verweilzonen und Treffpunkte. Die Öffentlichkeit dieser Bereiche wird durch die großformatigen Scheibenformate unterstrichen.

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Böhm Architektur
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Fotos

Heiko Heinemann Christopher Schröer-Heiermann