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Neue Energie für das Alte Gaswerk

Sanierung eines Industriedenkmals in Köln

In den 1870er Jahren entstand zwischen Ehrenfeld und Müngersdorf, außerhalb der damaligen Kölner... mehr

In den 1870er Jahren entstand zwischen Ehrenfeld und Müngersdorf, außerhalb der damaligen Kölner Stadtgrenzen, ein neues Gaswerk für die Produktion von Stadtgas. Die Eigenproduktion von Stadtgas endete jedoch 1933, da der Bezug von Ferngas inzwischen wirtschaftlicher war. Bis auf wenige Gebäude wurde der Komplex in den folgenden Jahren abgerissen. Die heutigen Bauten stammen aus den Jahren 1898 bis 1916, ihre gründerzeitlichen Backsteinfassaden sind markant gegliedert und detailliert ausgearbeitet. Zum Gaswerk gehört auch die Arbeitersiedlung an der Vitalisstraße von 1902/03, die für einen Großteil der über 1.000 Fabrikarbeiter Wohnungen bereitstellte.

Mitte der 1990er Jahre erwarb eine noch heute auf dem Gelände ansässige Firma die ehemalige Turbinenhalle als Teil eines größeren Immobilienpaketes. Voran gegangen waren verschiedene Interimsnutzungen, unter anderem für eine Eventlocation, die man zu festlichen Anlässen mieten konnte, ein Kochstudio für einen bekannten Fernsehsender sowie verschiedene andere gewerbliche und handwerkliche Nutzungen – aber auch mehrere Jahre des Leerstandes. Zum Zeitpunkt der Übernahme war das Gebäude über die Jahrzehnte immer stärker verfallen, so dass nun über mehrere Jahre hinweg und immer dann, wenn es die Kapazitäten zuließen, Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden – zunächst am maroden Dach, anschließend an der technischen Infrastruktur und schließlich im Innenbereich. Wie der Kölner Architekt Boris Enning berichtet, ist dies insbesondere dem Teilhaber der Eigentümerfirma Kai Scharlemann zu verdanken, der ein großes Faible für denkmalgeschützte Immobilien hat und mit sehr großem persönlichen Einsatz, zähen Verhandlungen mit dem Stadtkonservator und der Bauaufsicht einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen hat, dass das Gebäude heute wieder in einem bemerkenswert guten Zustand steht. Im Zuge einer Umnutzung wurden 2011 einige der denkmalgeschützten Gebäude des früheren Gaswerkes saniert. Die Turbinenhalle wurde für den Einsatz als Veranstaltungshalle mit bis zu 200 Besuchern umgebaut. Die Möglichkeiten haben sich dadurch stark erweitert, sei es für eine gewerbliche Nutzung, als Showroom für Produkte, als Büros und Ateliers für Künstler und Kreative. Viele Elemente der historischen Bausubstanz, darunter die alten Stahlfenster, Geländer, Stahltreppen, Stuckornamente sowie andere Ausstattungsdetails waren noch original erhalten. Bei der Sanierung wurde vorhandene Bausubstanz freigelegt, so dass sich heute die hundertjährige Geschichte des Gebäudes an den Innenwänden mit ihren Stuckornamenten und freiliegenden Ziegelflächen widerspiegelt. Das Dach wurde auf den alten Stahlfachwerkträgern neu aufgebaut, die historischen Fenster originalgetreu mit Isolierverglasung nachgebaut. Neue Einbauten, wie Innentreppen und Geländer wurden in schlichter Bauweise unter Verwendung der Bestandselemente umgesetzt.

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Fotos

Axel Hartmann
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Ultramarin /Frank Jankowski Fotografie, Köln
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