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Einmal Küche, bitte

Kunstvoll angerichtet und stilvoll serviert

Nach jahrelangem Kochen in einem kleinen, dunklen Raum entstand 2010 bei einer Familie aus dem... mehr

Nach jahrelangem Kochen in einem kleinen, dunklen Raum entstand 2010 bei einer Familie aus dem Kölner Norden der starke Wunsch nach einer größeren und helleren Küche. Die Familie suchte das Team von bob-architektur auf und stellte sich mit den Worten "Wir brauchen eine neue Küche“ vor. ”Mein Enthusiasmus hielt sich zunächst in Grenzen, schließlich dachte ich dann: komm, fährst du mal hin und hörst dir das an“, so der Architekt Robert Wetzels.

Während der ersten Ortsbesichtigung stellte sich heraus, dass hier mehr möglich und gefordert war als ein ”gewöhnlicher“ Anbau. Anfang der 1990er Jahre als Splitlevel-Haus an das damalige Elternhaus in zweiter Reihe angebaut, sollte das Wohnhaus nun selbst durch einen Küchenanbau erweitert werden. Bei diesem Küchenanbau ist es nicht geblieben.

Im Laufe des Entwurfsprozesses wurde ein Anbau entwickelt, der sich über die gesamte Gebäudelänge und -höhe erstreckt und die bestehenden 110 m² Nutzfläche gleich verdoppelte. ”Obwohl die äußeren Faktoren, wie zum Beispiel das beengte Grundstücksverhältnis, der geringe Abstand zur Grundstücksgrenze und der Standort in zweiter Reihe das Bauvorhaben ein wenig einschränkten, konnte mit dieser Lösung die für den Bauherrn optimalste Erweiterung erzielt werden“, berichtet Robert Wetzels. Entworfen, genehmigt und gebaut wurde dann eine Erweiterung des Wohnhauses welches eine neue Küche, einen zusätzlichen Hobbyraum, ein Wohnzimmer, ein Kinderzimmer und ein großzügiges Bad beherbergt.

Als grundlegendes Konzept wurde die Idee verfolgt, dass der Anbau im Inneren mit dem Bestand verschmelzen, aber in der äußeren Gestaltung klar und deutlich abgegrenzt werden sollte. Die alte Außenwand wurde so zurückgebaut, dass sie als "statische DNA“ für beide Baukörper funktioniert. Durch die einheitliche Materialauswahl wurden Bestand und Neubau im Innenraum zu einer Einheit zusammengefügt, lediglich durch die bewusst als gestalterisches Element ausgearbeitete DNA ist der Übergang von Alt zu Neu erfahrbar. Von außen stellen sich alter und neuer Baukörper allerdings als grundverschiedene Einheiten dar.

Der Neubau wurde sowohl im Fassaden- als auch im Dachbereich mit Schieferplatten verkleidet, welche einem strengen Raster unterliegen. Dieses musste bereits in der Rohbauplanung bis hin zur Detailplanung berücksichtigt werden. ”Oft war auf der Baustelle ein ’das funktioniert nicht!‘ im besten Hunsrücker Platt zu hören“, so die Projektleiterin Kerstin Lindscheid. ”Das Raster war gleichzeitig Fluch und Segen.“

Besonders hervorzuheben ist, dass die Bauherren während der gesamten Bauzeit – auch als die Außenwand abgetragen wurde – dort gewohnt haben und sie vom Neubau nur durch eine dünne Staubschutzwand getrennt waren. ”Bestand und Neubau verhalten sich wie Brüderchen und Schwesterchen: obwohl sie durch die alte Außenwand eine gemeinsame DNA vorweisen, sind sie im Äußeren dennoch mehr als verschieden“, so Kerstin Lindscheid.

Nach circa 12 Monaten intensiver Bauzeit waren sich alle einig, auch der für die Schiefereindeckung auf Dach und Fassade verantwortliche Hunsrücker Handwerksbetrieb: Es funktioniert doch!

Architektur: bob-architektur BDA Dipl. Ing. Robert Wetzels Architekt AKNW... mehr

Architektur:

bob-architektur BDA
Dipl. Ing. Robert Wetzels Architekt AKNW
www.bob-architektur.de

Fotos:

Lioba Schneider
www.liobaschneider.de