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DER STEIN DER WEISEN

Naturstein Grauwacke dominiert neues Technikerhaus am Berufskolleg Oberberg in Wipperfürth

Vor den Toren Kölns gelegen ist der Oberbergische Kreis mit knapp 290.000 Einwohnern das... mehr
Vor den Toren Kölns gelegen ist der Oberbergische Kreis mit knapp 290.000 Einwohnern das östlichste Teilgebiet des Naturparks Bergisches Land, das seit langem als Naherholungsgebiet genutzt wird. Dank der Wasserkraft von Wupper, Agger, Wiehl und Bröl entwickelten sich aber auch die Metall- und Textilindustrie sehr früh – noch vor dem Industrialisierungsschub im Ruhrgebiet oder Großbritannien. Aus diesen frühindustriellen Wurzeln entstanden bis heute zukunftsträchtige Branchen wie die Kunststoff- und Papierverarbeitung, die Automobil-Zulieferer und aktuell die Medizin- und Transpondertechnik. High-Tech im Grünen ist hier tagtägliche Praxis. Kein Wunder also, dass gezielt Jugendliche angesprochen werden, Ausbildung und Studium vor Ort zu absolvieren. Denn wer einmal abwandert, kehrt häufig nicht mehr wieder zurück. Das Hand-in-Hand zwischen örtlichen, meist mittelständischer Wirtschaft und örtlicher Bildungseinrichtungen wird besonders deutlich beim Verbund der vier Berufskollegs an ihren kreisweiten Standorten. So kann aus einer Vielzahl von Aus- und Weiterbildungsangeboten der Bereiche Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Gesundheits- und Sozialwesen, Technik und Wirtschaft gewählt werden.

Das Berufskolleg Oberberg in Wipperfürth stellte sich bis 2008 als ein über Jahrzehnte hinweg gewachsenes, unübersichtliches Gebäudeensemble dar. Bestehend aus einer Vielzahl von Gebäuden mit An- und Verbindungsbauten ließ es einen zentralen Ort vermissen. Verstärkt wurde diese Situation durch die hügelige Topografie sowie durch mehrere das Schulgelände umgebende Parkplätze, so dass auch der Zugang nicht zentral erfolgen konnte. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde dem neuen Technikerhaus sowohl durch die Nutzung als auch durch seine Positionierung eine zentrale Stellung auf dem Gelände zugewiesen. Heute beinhaltet es neben technischen Schulungsräumen vor allem ein Forum für Schulveranstaltungen, Ausstellungen und Lossprechungen mit angegliedertem inneren Schüleraufenthalt und einer sich unmittelbar anschließenden überdachten äußeren Pausenhalle. Diese Funktionen orientieren sich ausschließlich nach „Innen“, zum Schulhof hin, der damit neu gefasst wird und auf den alle von außen kommenden Wege münden. Unter Ausnutzung der Topografie kann gleichzeitig das Untergeschoss mit seinen Lehrwerkstätten ebenerdig von der angrenzenden Erschließungsstraße erschlossen werden, so dass die Anlieferung nicht länger über das Schulgelände führen muss.

Als dominierendes Fassadenmaterial wurde eine hochwertige und langlebige Natursteinverkleidung in Grauwacke als selbst tragende Vorhangfassade gewählt. Ein lokaltypisches Material, das 15 Kilometer entfernt im Steinbruch der Firma Quirrenbach in Lindlar abgebaut wird. Grauwacke ist ein quarzitischer Sandstein und gehört zur Gesteinsgruppe der Sedimentgesteine. Sie entstammt den Mühlenberg Schichten der Eifelstufe, einer geologischen Einheit die vor 380 – 387 Millionen Jahren während des Erdaltertums abgelagert wurde. Um diesem Material einen zeitgenössischen Bezug zu geben, haben die Architekten auf den Sichtseiten der Fassadenplatten die Bohr- und Bearbeitungsspuren aus dem Steinbruch stehen lassen. Im Vordergrund stand für Architekt Bernd Oxen hierbei auch der ökologische Aspekt: „Durch die geringen Transportwege konnte darüber hinaus ein nachhaltiger Beitrag zur Gesamtökobilanz des neuen Technikerhauses geleistet werden. Und gleichzeitig haben die jungen Nutzer mit dem Natursteinbau ein modernes Identifikationsmerkmal ihrer Heimat erhalten“, erklärt er.

www.oxen.de
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Fotos

Stefan Schilling
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