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Wohnen mit und am Wasser

Innovativer Umgang mit Wasser und Energie im Modellquartier Jenfelder Au

Auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld entstehen auf 35 ha rund 800 Wohneinheiten.... mehr

Auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld entstehen auf 35 ha rund 800 Wohneinheiten. Eine zentrale Grünachse mit neu angelegtem Teich bildet das Rückgrat. Das neue Quartier Jenfelder Au an der Schnittstelle von Jenfeld und Tonndorf soll mit individuellen Stadthäusern und Geschosswohnungsbauten sowohl für verschiedene Nutzer attraktiv und erschwinglich sein. Der denkmalgeschützte Teil der Kasernengebäude aus den Jahren 1934/35 wird gemeinsam mit dem ehemaligen Exerzierplatz als Gesamtensemble erhalten. Auch Flächen für Baugemeinschaften sind vorhanden.

Am Kühnbachring wurden als Auftakt für die angestrebte Qualität auf dem ehemaligen Kasernengelände 34 Wohnungen von Renner Hainke Wirth Zirn Architekten fertiggestellt. Die einladend geschwungene Hausform am Wasserlauf erzeugt eine großzügige Eingangssituation zum neuen Quartier. Der klare und kantige Ausdruck des Baukörpers betont seine Stellung als Solitär. Das Gebäude vermittelt den Maßstabswechsel von den Geschosswohnungsbauten zu den Stadthäusern durch Höhenversprünge, vertikal strukturierte Farbwechsel in der Fassade sowie durch gestaffelte Erker im Straßenbereich. Die Wohnungen werden über drei Erschließungskerne erreicht und sind über eine gemeinsame Tiefgarage verbunden. Vertikal orientierte, bodentiefe Fensterformate und Erker entlang der Straße rhythmisieren die Fassade, das Spiel mit variierenden vertikalen Formaten akzentuiert spannungsreich die Kopfgiebel. In den Zwei- und Dreizimmerwohnungen sind mittig gelegene Dielen großzügig ausgebildet, um ein luftiges Wohngefühl zu erreichen. Die Küchen sind als intensiv genutzte Familienbereiche nach Süden organisiert, eine optionale Öffnung zum Wohnraum ist möglich. Alle Wohnungen organisieren sich radial um einen gemeinsamen Gartenbereich nach Süden, der dem Austausch der Bewohner dient.

Eine Besonderheit ist der Umgang mit Wasser und Energie. Hamburg Wasser setzt hier erstmals im großen Rahmen das Entwässerungskonzept „Hamburg Water Cycle“ um. Die Jenfelder Au ist ein Pilotprojekt im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Regenwasser, Schwarzwasser (aus Toiletten) und Grauwasser (übriges Abwasser) werden getrennt gesammelt und genutzt. Alle Haushalte haben Vakuumtoiletten, um das Schwarzwasser einer Biogasanlage zuzuführen. Mit dem Biogas wird im quartierseigenen Heizkraftwerk klimaneutral Wärme und Strom für die Wohnungen erzeugt. Das Regenwasser ist vom Kanalnetz abgekoppelt. Es fließt im Quartier durch offene Gerinne, Bachläufe und Kaskaden, ehe es in Rückhaltebecken gelangt, die Teichen und Seen ähneln. Sie sind so angelegt, dass sie im Fall von Starkregenfällen weiteres Speicherpotenzial bieten.

www.rhwzarchitekten.de
www.hamburgwatercycle.de

Architekten: Renner Hainke Wirth Zirn Architekten www.rhwzarchitekten.de... mehr

Architekten:

Renner Hainke Wirth Zirn Architekten
www.rhwzarchitekten.de

Entwässerungskonzept:

Hamburg Wasser
www.hamburgwatercycle.de

Fotos:

Jochen Stüber
www.jochenstueber.de
Norbert Weidemann
www.weidemann.info