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Stair Case Study Houses

Treppe als zentrales Gestaltungsthema

Der Architekt Gerd Streng beweist mit seinen „Stair Case Study Houses“, daß er ein feines... mehr
Der Architekt Gerd Streng beweist mit seinen „Stair Case Study Houses“, daß er ein feines Händchen für maßgeschneiderte Lösungen bei Umbauten hat. Zwei Beispiele sollen dies hier verdeutlichen. Die Fotos auf dieser Seite zeigen, wie aus zwei Wohnungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss in einem gründerzeitlichen Hinterhofhaus eine Maisonette-Wohnung für eine nun 5-köpfige Familie wurde. Auf den Abbildungen rechts sieht man, wie ein klassisches Klinkerhaus von 1939 energetisch saniert und den Bedürfnissen einer Familie angepaßt wurde. Bei beiden Projekten ist die Treppe zentrales architektonisches Gestaltungselement und zugleich künstlerisches Objekt.

Bei der neuentstandenen Maisonette-Wohnung ist im Rahmen des Umbaus der vorher getrennten Wohnungen eine Treppenskulptur als Verbindung zwischen den beiden Etagen eingefügt worden, die im Erdgeschoss in ein U-förmiges Sitzmöbel übergeht. Die gelben Setzstufen bilden auf dem Weg nach oben eine visuelle Einheit mit dem monochrom gelben Treppenraum, während die Trittstufen weiß lackiert sind und auf dem Weg nach unten zum weißen Wohnzimmer­möbel führen. Dieses maßgeschneiderte Element ist Sideboard, Stauraum und Wohnzimmercouch in einem.

Über die funktionale Verbindung der Geschosse hinaus schafft die Treppe vielfältige Raumbeziehungen und Blickachsen. Die einheitliche Formensprache, die hochwertigen Oberflächenmaterialien sowie das konsequente Farbkonzept mit dem frischen, sonnigen Gelb unterstüzen den großzügigen Raumeindruck.

Bei dem gut proportionierten Klinkerhaus beschränkten sich die räumlichen Veränderungen auf wenige gezielte Eingriffe, die in orange hervorgehoben wurden. Der bisher ungenutzte, aber begehbare Spitzboden ist durch die neue Treppenskulptur zugänglich gemacht worden. Es entstand eine zusätzliche Wohnfläche von 17 m2. Ursprünglich nur über eine Leiter erschlossen, beherbergt der Speicher nach dem Umbau nun ein vollwertiges Schlafzimmer mit hochwertigem Einbaumöbel.

Knapp bemessener Platz und die vorhandenen Balken der Dach- und Deckenkonstruktion erforderten eine Neuinterpretation der klassischen Wendeltreppe. Die neue Treppenskulptur stellt die extreme Weiterentwicklung einer herkömmlichen Spindeltreppe dar und kommt dadurch - bei gleicher Ein- und Austrittsbreite - mit einem Viertel der üblichen Grundfläche aus.

Die Farbe orange gewährleistet eine optische Verbindung von Holztreppe und Kautschukbelag im Spitzboden. Die Klappe besteht aus einem glasfaserverstärkten Polyesterrost. Dieser ist begehbar und lichtdurchlässig sowie leichter und günstiger als Glas. Geschlossen fungiert die Klappe als Zimmertür, geöffnet zusammen mit dem gegenüberliegenden Sitz-Radiator als Absturzsicherung. Das Einbaumöbel im Spitzboden ist paßgenau in den Giebel eingefügt worden. Das „Eulenfenster“ ist konisch ausgespart und verfügt über hochglanzlackierte, lichtreflektierende Laibungen. Faltschiebetüren und ein ausgeklügeltes Schublade-in-Schublade System bieten hier optimale Platzausnutzung.

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Innenarchitekten Gerd Streng Architektur www.gerdstreng.de Fotos Uwe Scholz mehr

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Gerd Streng Architektur
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Uwe Scholz