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Stadt und Hafen sehen

Wie die Symbiose von Licht und Architektur einen besonderen Ort erschafft

Die neue Elbpromenade an den Vorsetzen ist eigentlich eine Hochwasserschutzanlage, Teil des... mehr
Die neue Elbpromenade an den Vorsetzen ist eigentlich eine Hochwasserschutzanlage, Teil des Deiches, der Hamburgs Innenstadt schützt. Im Zuge der notwendigen Erhöhung um 1,40 m wurde die Chance ergriffen, die Anlage so umzugestalten, dass sie auch den veränderten Bedingungen des Ortes Rechnung trägt. Die frühere Promenade war die Grenze zwischen den ehemals klar definierten Bereichen Stadt und Hafen, Wohnen und Arbeiten und auch optisch eher eine Barriere. Aber die alten Hafennutzungen sind fort, neues Arbeiten findet nun statt, Freizeit und Erholung bestimmen mit Museumsschiffen und Musicalbauten immer mehr auch das Erscheinungsbild des stadtnahen Hafens.

Diesen Wandel inszeniert die außergewöhnliche Gestaltung der neuen Promenade nach dem Entwurf von Zaha Hadid unter der Projektleitung von Jan Hübener, H2K Architekten, mit großzügigen, unterschiedlich dimensionierten Treppenanlagen, die Stadt- und Hafenseite verbinden und beide als Teil einer Einheit erlebbar machen. Ob sitzend, stehend oder gehend – immer wieder ändert sich der Blick auf das Schauspiel von Stadt und Hafen auf der „Bühne“, die von der Elbphilharmonie über den Michel bis zu den Landungsbrücken reicht – mit ständig wechselndem Programm, rund um die Uhr. Dieser prägnante Ort wird bei Dunkelheit durch Licht zu neuem Leben erweckt. Die Lichtplanung von Schlotfeldt Licht harmonisiert die architektonische Strenge der Anlage und verleiht ihr eine zusätzliche atmosphärische Qualität. Die Treppen, die von Ausspülungen im Sand inspiriert sind, werden durch gerichtetes Licht hervorgehoben, während die obere Promenade zurückhaltend beleuchtet wird. „Eine gleichmäßige Beleuchtung hätte eine Stadionwirkung erzielt – dies galt es zu vermeiden“, erläutert Lichtplaner Tom Schlotfeldt. Um diese Lichtwirkung und Atmosphäre zu erreichen, schlug er eine Beleuchtungslösung vor, die nicht auf Standardleuchten beruht. Nach seinen Design-Vorgaben hat die Firma Selux eine projektspezifische LED-Mastleuchte entwickelt.

Die Lichtmasten haben einheitliche Höhen, sind an den Treppenanlagen so angeordnet, dass helle und dunklere Zonen entstehen. Jeder Mast trägt sechs schwenkbare LED-Leuchtenköpfe, so lassen sich verschiedene Flächen, Formen und Distanzen differenziert ausleuchten und ganz unterschieldiche Lichtszenarien generieren. Ihre Formensprache orientiert sich an maritimen Assoziationen wie Schiffsmasten, Kräne oder auch Schilfhalme, ihre Oberfläche passt farblich zum dunklen Bodenbelag aus Basalt. Damit werden sie über ihre eigentliche Funktion hinaus, auch am Tage Teil der Architektur der Promenade.

Durch die Symbiose von Licht und Architektur füllt sich der so spröde Begriff „Aufenthaltsqualität“ an diesem Ort mit prallem Leben.

www.schlotfeldtlicht.de
Architekten: Zaha Hadid (Entwurf) www.zaha-hadid.com Jan Hübener (Projektleitung),... mehr

Architekten:

Zaha Hadid (Entwurf)
www.zaha-hadid.com
Jan Hübener (Projektleitung), studioH2K Architekten
www.studioh2k.com

Fotos:

Martin Zitzlaff