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Perfekt eingefügt

Ein Bürohaus interpretiert die Tradition des gewerblich genutzten Innenhofs neu

In Rotherbaum kann man entlang der nordwestlichen Seite der Rentzelstraße zwischen Grindelallee... mehr

In Rotherbaum kann man entlang der nordwestlichen Seite der Rentzelstraße zwischen Grindelallee und Bundestraße noch gut die prächtige gründerzeitliche Blockrandbebauung erkennen, die vor den Zerstörungen des 2. Weltkrieges den ganzen Stadtteil prägte. Auf Straßenniveau gab und gibt es Läden und Gastronomie, in den Geschossen darüber wurde und wird gewohnt. Versteckt dahinter entfaltete sich in den Innenhöfen ein geschäftiges Treiben in Werkstätten, Manufakturen und Produktionsstätten, so auch an der Hausnummer 10.

Das Büro Carsten Roth Architekt hat in diesem noch heute gewerblich genutzten Innenhof das kleine Bürohaus R10 fertiggestellt. Es bildet den vorläufigen Abschluss einer Jahrzehnte andauernden, schrittweisen Aufwertung und vielfältigen Neunutzung dieses Ortes, die mit Liebe zum Detail aus dem Bestand entwickelt wurde. Die Sanierung und Modernisierung einer historischen Autofabrik von 1913 – einem sehr frühen fünfgeschossigen Stahlbetonbau – sowie der Um- und Anbau einer alten Tankstelle zu einem Atelierhaus waren der Auftakt, hinzu kamen später ein weiterer Umbau eines Gebäudes zu einem Einfamilienhaus sowie eine Dachaufstockung vorne an der Straße.

Der Neubau des Bürohauses beendet nun diese innere Verdichtung mit einem in der Höhe maßvollen Kubus, welcher mit lediglich drei Geschossen im Innenhof Enge vermeidet und stattdessen Licht und Luft hineinlässt. Der äußerlich zurückhaltende Auftritt lässt dennoch einen kühnen Antritt in das Innere des Hauses zu: Eine lange, zweigeschossige, geradlinig geführte Treppe erschließt einen großzügigen Luftraum mit überraschenden Ausblicken und Lichtspielen. Eingeschnittene Loggien und teils hohe Geschosse mit bandartigen, bodentiefen Fenstern führen dieses räumliche Überraschungsmoment fort.

Für das Außenmauerwerk wählten die Architekten einen gerumpeltem Stein, der zunächst mehrfach geschlämmt und anschließend per Hand angeschliffen wurde. So erzeugt er eine helle, lebendige Oberfläche, welche die Eleganz des harmonisch proportionierten Gebäudes unterstreicht und den Besucher entlang der Treppe bis in das Gebäude begleitet. Ohne handwerklich dekorativ zu sein, findet der Neubau mit seinem einzigartigen und gleichzeitig zeitlosen Erscheinungsbild wie selbstverständlich seinen Platz im ziegelgeprägten Hamburg.

www.carstenroth.com


Fotos:

Klaus Frahm/arturimages
www.arturimages.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|21)

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