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Ins rechte Licht gerückt

Eine anspruchsvolle Beleuchtungsplanung macht das Montblanc-Haus zum Gesamtkunstwerk

Montblanc kommt aus Hamburg. Um die Markenidentität zu stärken und ein Gebäudebild von Montblanc... mehr

Montblanc kommt aus Hamburg. Um die Markenidentität zu stärken und ein Gebäudebild von Montblanc in der Realität und vor allem auf Social Media zu prägen, wurde das Montblanc-Haus im Stadtteil Stellingen gebaut. Es ist ein Museum der Marke und eine Ikone der Selbstdarstellung. Auf knapp 4.600 m² ist eine Mischung aus Brand Experience, Versammlungsstätte, Atelier sowie einem öffentlichen Café entstanden. Das Haus gibt Einblicke in die Welt der Schreibkultur sowie in den handwerklichen Fertigungsprozess der Schreibgeräte. Für die Architektur verpflichtete Montblanc die renommierten spanischen Architekten Nieto Sobejano Arquitectos.

Das Licht für die einzigartige Fassade war ein Kernpunkt des Entwurfs. Die Lichtplaner Kardorff Ingenieure aus Berlin hatten freie Hand und entwickelten 450 Leuchten, die unsichtbar in die Fassade eingelassen sind und DMX gesteuert werden. So bieten sie vielfältige Möglichkeiten der Inszenierung und können unzählige Bilder erzeugen – auf der Grundlage des Montblanc-Gebirges. Zusätzliche Scheinwerfer sind in dem Gelände rund um das Gebäude in unsichtbaren Nischen platziert, um die dunklen Fassadenbereiche aufhellen zu können. Zu speziellen Anlässen und bei Events sind Positionen für Mietprojektoren vorgesehen, die leicht in die Steuerung zu integrieren sind. Im Inneren des Gebäudes verfügen das Museum und der Shop nun über eine Beleuchtung, die die Schreibgeräte in ihrer geringen Größe optimal inszenieren. Die VIP-Bereiche mit Lounge und Fine Dining Restaurant sowie die Büros und Schulungsräume wurden von den Lichtplanern so ausgestattet, das sie auf die jeweils gewünschten und nötigen Lichterfordernisse abgestimmt sind. Ein Gesamtkunstwerk.

Die Lichtplanung für das Montblanc-Haus ist unter den ausgezeichneten Projekten des Deutschen Lichtdesign-Preises in der Kategorie Außenbeleuchtung/Inszenierung 2023. Diese Auszeichnung wurde 2011 zum ersten Mal verliehen und hat sich als Indikator für herausragende Beleuchtungslösungen im deutschsprachigen Raum etabliert. Professionelle Beleuchtung von Projekten ist ein wesentliches Modul für die Qualität der gebauten Umwelt. Bei dem Wettbewerb soll ihr mit Hilfe einer hochkarätigen, unabhängigen Jury öffentliche Wertschätzung verliehen werden.

Unabhängig von der Größe des Bauvorhabens setzen Architekt:innen im Bereich der Beleuchtung heute zunehmend auf die Unterstützung von Lichtdesigner:innen, die ihr technisches, wahrnehmungspsychologisches und gestalterisches Wissen in die Anforderungen an die Beleuchtung einbringen. Der Wettbewerb honoriert dies in einer aufwändigen Bewertung, bei der die zu prämierenden Projekte von der Jury besucht werden.

www.kardorff.de

Fotos:

Roland Halbe
www.rolandhalbe.eu
Jan Wichert
www.janwiechert.de
Daniel Schaefer
www.danielschaeferphoto.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|23)

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