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Gewächshäuser und Orangerien

Ein Tropenhauskomplex ohne Botanischen Garten

Gewächshäuser und Orangerien
Loki Schmidt Haus im Loki-Schmidt Garten
Gewächshäuser und Orangerien
Blaue Pyramiden, Loki-Schmidt Garten
Gewächshäuser und Orangerien
Kakteengewächshaus, Park Planten un Blomen
Gewächshäuser und Orangerien
Subtropenhaus
Gewächshäuser und Orangerien
Blaue Pyramiden
Gewächshäuser und Orangerien
Tropenhauskomplex mit Mittelmeerterrassen
Gewächshäuser und Orangerien
Kakteengewächshaus
Im Vergleich zu anderen deutschen Städten wirkt die Hansestadt hinsichtlich einer (historisch)... mehr

Im Vergleich zu anderen deutschen Städten wirkt die Hansestadt hinsichtlich einer (historisch) spannenden Gewächshausarchitektur doch etwas unterdrückt. Lediglich die unter Denkmalschutz stehenden Tropenhäuser im ehemaligen Alten Botanischen Garten und heute benanntem „Planten un Blomen“ entfalten die Assoziation ferner Gewächse mit entsprechend architektonischer Bühne. Im Rahmen der IGA 1963 entstanden vom deutschen Architekten und Stadtplaner Bernhard Hermkes und dem Gartenbauingenieur Johannes Apel insgesamt fünf untereinander verbundene Häuser mit einer Fläche von 2.800 m² und einem Volumen von 18.500 m³. Die technische Besonderheit der Anlage besteht in ihrer Glaskonstruktion, die an außen liegenden Hohlkastenprofilen aufgehängt ist, und die Innenräume daher völlig ohne tragende Elemente auskommen. Darin befinden sich mit dem Tropenhaus, Palmfarnhaus, Subtropenhaus, Farnhaus und Kakteenhaus fünf Bereiche mit jeweils eigenen Klimabedingungen. Hervorzuheben wäre zum einen das Tropenhaus, welches mit etwa 800 m² Grundfläche und einer maximalen Höhe von 13 m das größte Element des Gewächshauskomplexes darstellt. Interessant ist zum anderen das Subtropenhaus, dessen Attraktion in einem begehbaren, quer durch das Glasgebäude installierten Rampenumlauf innerhalb des Gebäudes liegt. Mutige Besucher erhalten mit der direkt unter dem Dach hängenden Konstruktion eine Vogelperspektive im Gewächshaus befindlicher Pflanzen. Mit der Umwandlung in ein öffentliches Erholungsgelände im Jahr 2000 verlor der ins Deutsche übersetzte „Pflanzen und Blumen“ Park mit den darin befindlichen Tropengewächshäusern den Status eines Botanischen Gartens. Der Neue Botanische Garten liegt nun beim Biozentrum der Universität Hamburg und verdankt seit 2012 seine heutige Bezeichnung der Ehefrau des Altkanzlers Helmut Schmidt – Loki Schmidt. Zu bestaunen sind hier zwar keine Gewächshäuser im klassischen Sinn, aber zwei Gebäudearchitekturen mit musealer Intention. Zum einen handelt es sich um die vom Londoner Architekten Charles Funke entworfenen blauen Glaspyramiden, die eine Schenkung eines Scheichs aus Abu Dhabi sind. Sie sollen den Übergang zwischen der natürlichen Wüste und der urban gestalteten Landschaft symbolisieren. Ihre Form ist den Segeln des für die Vereinigten Arabischen Emirate typischen Dhau Schiffes nachempfunden. Der umschließende Wüstengarten basiert auf dem „Green Sand Konzept“ des Nationengartens der VAE und thematisiert den Widerspruch zwischen der globalen Ausbreitung der Wüsten und den menschlichen Aktivitäten für eine nachhaltige Nutzung von Wüstengebieten. Das zweite Gebäude ist das Loki-Schmidt-Museum, entstanden nach den Entwürfen von Bernhard Winking Architekten. Der rund 550 m² große Kubus dient u. a. als Niederkunft der Botanischen Sammlung sowie als Herberge für das beeindruckendste Ausstellungsstück, eine 9 m hohe Würgefeige. Die auffällige Fassade des Solitärs zieren kobaltfarbene und leicht gewölbte Keramikfliesen, die die Verbindung zum Planeten Erde verdeutlichen sollen.