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Gebaute Visitenkarte

Drei Architekten interessiert das Unerwartete und Überraschende

Die drei Architekten Oliver Ohlenbusch, Sven Martens und Oliver Platz sind zusammen gruppe­omp.... mehr

Die drei Architekten Oliver Ohlenbusch, Sven Martens und Oliver Platz sind zusammen gruppe­omp. Sie arbeiten an drei verschiedenen Standorten und wurden 2003 bekannt mit der ungewöhnlichen Bürobox QBox 123. Das Trio entwickelte den Büroneubau zur eigenen Nutzung. Das Einraumbüro ist gleichzeitig provokantes Statement und spannendes Experimentierfeld. Die Erweiterung von 2018 ist dem Wachstum des Büros geschuldet, mittlerweile gibt es sechs feste Mitarbeiter am Standort Rastede. Die Bürobox wurde von 38,5 m² auf nunmehr 98 m² vergrößert. Bestandteil des Raumkonzepts sind drei fließend organisierte Arbeitsbereiche, eine zentrale Pantry mit Loungebereich und ein Besprechungsraum. Zur Funktionsfläche zählen zwei dezentrale Toiletteneinheiten, zwei Abstellbereiche und ein Kopierraum.

Die Erweiterung der QBox 123 ist eine homogene Weiterentwicklung des bestehenden Baukörpers aus dem Jahre 2003. Die bewusst introvertierte monolithische Geste in der Front bleibt als zentraler Identifikationspunkt der gebauten Visitenkarte von gruppeomp bestehen. Die Kubatur ist aus der Wahrnehmung des Zutritts heraus zunächst komplett unverändert. Die Erweiterung führt sich homogen aus der vorhandenen Volumetrie nach hinten fort und entwächst wie selbstverständlich aus der bestehenden Masse heraus. Die massive Bauweise in Porenbeton wurde bewusst fugenlos an den Bestand angedockt, alt und neu verschmelzen zu einer neuen Einheit. Im Übergang zwischen alt und neu wird der bestehende Luftbalken durch eine neue Oberlichtführung bedeckt. Die ehemalige Terrasse bleibt durch ein großflächiges Schiebeelement als Außenraum erlebbar. Der überraschende vertikale Schwung in die gestapelten Büroräume nach hinten generiert zwei korrespondierende Dominanten. Monolith des Altbaus und Kubus der Erweiterung bauen ein Spannungsfeld auf. Die Architekten interessiert das Unerwartete und das Überraschende an einem Entwurf, wie das Nichtübereckfenster, das grafisch auf Ecke sitzt, durch das man jedoch nicht übereck schauen kann oder die Opferbretter der Fassade, die durch eine Fuge oberhalb der Spritzwasserzone einen Austausch nach Verwitterung ermöglichen. Auf ihre Begeisterung für das Handwerkliche und Sinnliche im Bauen verweisen die traditionellen Ruderbeschläge der Fenster oder die weiße Eisblumenornamentik auf den Verglasungen, damit erschaffen sie Altbau-Details im Neubau-Ambiente.

www.gruppeomp.de


Fotos:

Caspar Sessler
www.casparsessler.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 02|19)