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Die Kunst des Weglassens

Ein kleines aber feines Beispiel für die Möglichkeiten des Holzbaus

Das Architekturbüro Limbrock Tubbesing nutzte für seinen Büroanbau den rückwärtigen Flachbau... mehr
Das Architekturbüro Limbrock Tubbesing nutzte für seinen Büroanbau den rückwärtigen Flachbau eines an der Osterstraße gelegenen Supermarkts geschickt als innerstädtische Restfläche im ersten Obergeschoss. Die auf der Gebäuderückseite vorgefundene städtebauliche Situation wird durch diesen Neubau visuell bereichert und atmosphärisch aufgewertet. Eine gewendelte Außentreppe führt vom Büro in den Hof, von wo aus man durch eine kleine Parkanlage zum Heußweg und zur Emilienstraße gelangt.

Eine weiße Putzfassade fügt das neue Gebäude in das Konglomerat der unterschiedlichen Volumina der Nachbarbebauung ein. Der über die offene Loggia einsehbare, fein ausgearbeitete Innenraum verleiht dem Gebäude eine haptische Qualität, deren Besonderheit die sichtbar belassene Holzkonstruktion darstellt.

Die kleine Aufgabe haben die Architekten zum Anlass genommen, den Holzbau im Wechselspiel von Brandschutzauflagen und Sichtbarkeit der Konstruktion exemplarisch an die Grenze zu führen. Die Außenwände sind als scheibenartige Träger konzipiert, die jeweils an drei Punkten auflagern. Die Stärke der Massivholzwände von 240 mm resultiert dabei im auskragenden vorderen Gebäudeteil aus statischer Bemessung.

Decke und Dach spannen frei zwischen den Außenwänden. Die Dachelemente aus Furnierschichtholz bauen bei einer Spannweite von 8,60 m lediglich 250 mm auf, bei den vorgegebenen Anschlusshöhen konnte so ein Maximum an Raumhöhe geschaffen werden. Der Grundriss ist aus der Konstruktion des Holzbaus entwickelt, die Trennwände der Nebenraumschicht steifen das Gebäude aus.

Auf den im Innenausbau normalerweise üblichen Trockenbau konnte vollständig verzichtet werden, alle Oberflächen zeigen die unmittelbare Konstruktion des Holzbaus. Fußboden und Estrich bildet ein einfacher, roh belassener Gussasphalt, die Treppe im Übergang zu den Bestandsräumen wurde aus den Abschnitten der Fensteröffnungen gefertigt. Das Holz bringt als Baustoff eine vergleichsweise geringe Wärmeleitfähigkeit mit, die Auflagen der EnEV konnten so mit einer Außendämmung von lediglich 100 mm Dämmstärke erfüllt werden. Aspekte der Nachhaltigkeit sehen die Architekten in diesem kleinen Beispiel vor allem im Weglassen des Überflüssigen erfüllt. Diese herausragende Gestaltung mit dem Werkstoff Holz war im Rahmen des Deutschen Holzbaupreises 2013 in der engeren Wahl der Jury.

www.limbrocktubbesing.de
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Architekten:

limbrock · tubbesing
architekten und stadtplaner
www.limbrocktubbesing.de

Fotos:

Limbrock Tubbesing Architekten David Preuss
www.davidpreuss.com