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Bewegung bestimmt den Raum

Das Haus der Jugend als „gebautes Sportgerät“

Das Haus der Jugend in Kirchdorf liegt inmitten eines heterogenen und eher ungeordneten Umfeldes... mehr
Das Haus der Jugend in Kirchdorf liegt inmitten eines heterogenen und eher ungeordneten Umfeldes von S-Bahnhof, Einkaufszentrum, Hochhaussiedlung, Einfamilienhäusern, Park und Kirche – und zieht den Betrachter geradezu magisch an. Die Architekten Minka Kersten und Andreas Kopp schufen einen skulpturalen Baukörper mit offenen Treppen und Rampen, ausgeschnittenen Freiräumen und kräftigen Farbakzenten, ein Gebäude, das neugierig macht und auf den ersten Blick zum Betreten und Benutzen einlädt. Bewegung ist nicht nur zentraler Bestandteil der Angebote im Haus, sondern auch Grundgedanke des Entwurfs. Die Bewegung definiert hier den Raum, das ganze Gebäude ist eine raffinierte Schichtung von Sport- und Freizeitangeboten und schafft eine Vielzahl räumlich differenzierter Situationen. Es entstehen verschiedene Aktivitätsräume, aber auch Nischen, Rückzugsorte und Aussichtspunkte. Innen- und Außenraum durchdringen sich. Entlang der von außen nach innen führenden Rampe ergeben sich vielfältige Durchblicke durch das Haus, die eine leichte Orientierung und die Kommunikation zwischen den Jugendlichen fördert. Die Ein- und Ausblicke binden das Haus der Jugend in den Stadtteil ein, machen es zum selbstverständlichen Teil des täglichen Lebens.

Man kann das 3-geschossige Gebäude auf unterschiedliche Weise betreten und nutzen. Im Erdgeschoss gelangt man in das Innere, in den Eingangsbereich mit Café, angeschlossen ist ein viel genutzter, offener Bereich mit Fotolabor, Werkraum und Musikstudio. Im 1. OG liegt die Multifunktionshalle mit Umkleidebereich. Lern- und Arbeitsbereiche findet man im 2. OG, das geschützte, ruhige Räume anbietet. Die über alle Geschosse offene Halle mit Oberlichtern dient der Erschließung und ist zugleich Aufenthaltsraum und Kommunikationsort. Oder man wählt die offene, außenliegende Treppe oder Rampe, die zur Skaterbahn mit Halfpipe führt, deren typisch gewölbte Form von der Straße aus sofort erkennbar ist. Aus dem Volumen des Baukörpers ist der 6 m hohe Raum für das Außensportfeld ausgeschnitten, belichtet über zwei Lichthöfe im Obergeschoß. Ein eindrucksvoller „Innenraum“ im Freien mit Bezug zur Straße und zum Park. An der Stirnseite zur Kirche hin wurde die mehrfach gefaltete Kletterwand angeordnet. Die Sporträume innen und außen, die sie begleitenden Lichthöfe, Oberlichter und Fensternischen sind durch kräftige Farben betont und weithin sichtbar. Die Architekten wählten unterschiedliche Materialien: glatte, silbergraue Aluminiumtafeln umhüllen das Gebäude von außen, Lichthöfe und Oberlichter sind mit farbigen Metallverkleidungen versehen, die ausgeschnittenen Räume und die Kletterwand offenbaren den rauhen Beton, im Innern dominieren warme Oberflächen und zum Park öffnet sich das Haus mit großzügigen, bodentiefen Glaselementen.

www.kersten-kopp.de
Architekten Kersten + Kopp Architekten www.kersten-kopp.de Fotos Klemens Ortmeyer... mehr

Architekten

Kersten + Kopp Architekten
www.kersten-kopp.de

Fotos

Klemens Ortmeyer
www.ortmeyer.de