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Bauwende Pur

Zwei richtungsweisende Nullemissionshäuser in Hohenschönhausen

Brav stehen die kleinen Einfamilienhäuser mit ihren großen Gärten in Reih und Glied in der... mehr

Brav stehen die kleinen Einfamilienhäuser mit ihren großen Gärten in Reih und Glied in der Schleizer Straße in Alt-Hohenschönhausen. Zum Großteil stammen sie wohl noch aus DDR-Zeiten. Als neue Nachbarn gesellen sich nun zwei Neubauten ganz besonderer Art hinzu: Es handelt sich um klimapositive Nullemissionsgebäude, die bereits vom TÜV als solche zertifiziert wurden und beim Wettbewerb KlimaSchutzPartner, den Berlin alljährlich veranstaltet, 2021 als Partner der Kategorie A ausgezeichnet wurden. Der Entwurf für die beiden Wohnhäuser stammt von Peter Ruge Architekten, einem Büro, das sich seit Jahren für klimabewusstes Bauen einsetzt.

Die beiden Häuser wurden in offener Bauweise als Holzhybridgebäude errichtet. Der Sockel der Viergeschosser sowie die tragenden Teile, die Wände und Decken bestehen aus Ortbeton und Betonfertigteilen. Die Außenfassaden der Obergeschosse sind als vorgefertigte großformatige Holztafelelemente gefertigt und wurden vor Ort aufgebaut. Dazu gehören gebrauchsfertige Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz und einer Absturzsicherung. Insgesamt entstanden hier 41 Ein- bis Fünfzimmermietwohnungen, wovon 20 barrierefrei nutzbar und neun Wohnungen rollstuhlgerecht sind. Im Vorderhaus gibt es sogar eine Cluster-Wohnung mit elf Zimmern für betreutes Wohnen. 

Durch die Anordnung der beiden Häuser entsteht ein Innenhof mit Grünanlagen, der von allen Bewohner:innen genutzt werden kann. Es gibt Sitzbereiche, Grünanlagen und Fahrradabstellplätze, auch Spielplätze für Kinder sind vorhanden. Es wurde darauf geachtet, dass die Mieten erschwinglich sind und die Mischung der Mieter:innen sozialverträglich ist.

Die Architekten haben an alles gedacht: Auch bei allen anderen Baustoffen, die zum Einsatz kamen, wurde auf die Ökobilanz geachtet. Die begrünten Dächer dienen als Retentionsdächer. Sie dienen der Speicherung von Regenwasser und kühlen das Gebäude im Sommer. In Kombination mit einer Rigole wird so das gesamte Regenwasser genutzt. Der Nullenergiehaus-Status wird durch die effiziente Nutzung von Biogas in Kraft-Wärme-Kopplung und zusätzlicher Solarenergie aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach erreicht. Mehr Superlative in puncto klimabewussten Bauens gibt es kaum. Daher wurden die beiden vorbildlichen Gebäude bei der Preisvergabe im letzten Jahr verdientermaßen mit der höchsten Kategorie ausgezeichnet.

www.peter-ruge.de

Fotos:
Janina Heppner

(Erschienen in CUBE Berlin 04|22)