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Architektonisch und städtebaulich geglückt: die Neubauten des Historischen Museums

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Das Historische Museum in Frankfurt am Main gehört zu den ältesten Einrichtungen seiner Art. Doch nicht nur das: Es umfasst auch fünf Bauten aus 800 Jahren. Bis in die 2010er-Jahre war das Museum in diesem historischen Ensemble und in einem Erweiterungsbau aus den 1970er-Jahren in Stahlbetonbauweise untergebracht. Aus technischen Gründen konnte das Betongebäude jedoch nicht mehr erhalten werden. Die Stadt schrieb daher einen Wettbewerb für einen Neubau der Museumserweiterung aus, den 2008 das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei gewann.

Ziel der Architekten war es, dass der Neubau mit den bestehenden historischen Gebäuden und der Umgebung eine Einheit bildet. Das geschieht unter anderem durch die Ausrichtungen der neuen Bauten: Vor dem historischen Ensemble liegt das Gebäude mit dem zentralen Museumseingang und Räumen für die Verwaltung. Etwas nördlich davon das Ausstellungshaus, das jedoch ganz leicht gedreht wurde, sodass ein trichterförmiger Platz zwischen beiden Häusern entstand. Durch seine Form entwickelt dieser nicht nur einen Sog, sondern er schafft auch eine Verbindung zwischen Frankfurts ältestem Bau, dem Saalhof, und dem Haus Wertheym. Es ist das einzige im Originalzustand erhaltene Haus mit freiliegendem Fachwerk in der Altstadt, das die Luftangriffe 1944 nahezu unversehrt überstand. Der Eindruck, dass die beiden Neubauten an den Platz gehören, entstand aber auch dadurch, dass für die Fassaden der so typische rote Sandstein gewählt wurde: eine Reminiszenz an einige von Frankfurts wichtigsten historischen Gebäuden in der Umgebung: Römer, Dom und Paulskirche. Für einen weiteren Lokalbezug sorgen übrigens Statuen und Spolien auf dem Sockel der nördlichen Erweiterung: Sie stammen aus alten Frankfurter Bürgerhäusern und -gärten.

Ein besonderes Merkmal des nördlichen Baukörpers ist sein aus zwei aneinander liegenden Satteldächern gebildetes Dach. Auch hier entsteht wieder, ohne zu historisieren, ein Bezug zu den Gebäuden von Frankfurts ehemaliger, historischer Altstadt. „Ein Museum, das sich mit der Geschichte der Stadt befasst, sollte selbst Beispiel dafür sein, wie die Stadt an dieser Stelle ohne Bruch weitergebaut werden könnte. Das ist in erster Linie eine Frage der Behutsamkeit und Sorgfalt, mit der die Korrektur des Wiederaufbaus, der sich um die Geschichte nicht scherte, erreicht werden kann. Dennoch soll das Besondere der Einrichtung in einer neuen und gleichzeitig auch vertrauten Art und Weise sichtbar werden“, so die Architekten über ihre Haltung und das daraus abgeleitete Konzept.

www.archlro.de

Architekten: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei www.archlro.de Fotos: Roland Halbe mehr

Architekten:

LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei
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Fotos:

Roland Halbe