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Wenn alles ganz schnell gehen muss

Bau der Mensa an der Diltheyschule – Bauwerk statt Container

Wenn zwischen Auftragsvergabe und Bauübergabe sechs Monate liegen, wenn nach sechswöchiger... mehr
Wenn zwischen Auftragsvergabe und Bauübergabe sechs Monate liegen, wenn nach sechswöchiger Planungszeit die Baueingabe parallel zur Werkplanung erfolgt und mit dem Tag der Baugenehmigung die Bauarbeiten beginnen, dann kann bei einer noch zur Verfügung stehenden Bauzeit von lediglich drei Monaten nur eine Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad zielführend sein.

Unbedingte Voraussetzung für die Realisierung dieses Projektes war die Fertigstellung zum Schulbeginn nach den Sommerferien. Ursprünglich hatte die Kommune geplant, mehrere Container an der Diltheyschule aufzustellen, um den Unterricht der Doppeljahrgänge G8 / G9 des Gymnasiums sicherzustellen. Dafür waren 321.000 Euro aus dem Bildungshaushalt bereit gestellt. „Verlorenes Geld“, bemängelten engagierte Eltern und Lehrer und entwickelten gemeinsam mit Schulleitung und Elternbeirat einen ungewöhnlichen Plan zur Finanzierung einer nachhaltigen Lösung. Bereits existierende Ideenskizzen für den Bau einer Mensa wurden leicht adaptiert, um das gewünschte Bauwerk zunächst als Klassenpavillon zu nutzen und die bereits vorgesehenen Mittel für die Aufstellung der Schulcontainer umwidmen zu können. Die Mensa der Diltheyschule wird für einen Zeitraum von zwei Jahren als Klassenraumprovisorium genutzt, bevor sie ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt wird.

Das Gebäude ist als schlichter Pavillon in Passivbauweise konzipiert, welcher die Ordnungsstruktur des bestehenden Schulgebäudes aufnimmt. Eine vorhandene Baumgruppe des Schulhofes wird in die als überdachte Passarelle gestaltete Dachkonstruktion eingebunden und erweitert auf diese Weise das bestehende Freiflächenangebot.
Eine rundum großzügig gestaltete Glasfassade schafft auf 350 m2 einen lichtdurchfluteten Raum. Die geschlossenen, farblich akzentuierten Container in der Fassade beherbergen Lüftungs- und Steuerungstechnik, Teile der Beleuchtung und dienen zur Unterbringung von Schultaschen. Um das Tageslicht auch im Innenraum zu gewährleisten, ist das Dach mit Lichtkuppeln durchzogen. Schlanke Dachränder betonen dabei den liegenden Charakter des Gebäudes. Im Bereich der thermischen Hülle wird das Dach extensiv begrünt, wodurch der sommerliche Wärmeschutz verbessert und durch das Retentionsvermögen der Begrünung die anfallende Regenwassermenge reduziert wird. Um angenehme Temperaturen sicher zu stellen, entschied man sich, im gesamten Bereich des Pavillons ein statisches Heizsystem in Form einer Fußbodenheizung zu verlegen. Dabei erfolgt die Wärmeversorgung des Neubaus als Nahwärmeversorgung über die vorhandene Heizungsanlage im Hauptgebäude der Diltheyschule.

Die Grundlüftung wird über die Einzelraumlüfter mit Wärmerückgewinnung sichergestellt. Je
nach Erfordernis lassen sich über CO2-Sensoren die motorisch gesteuerten Oberlichter an den beiden Längsfassaden des Pavillons zur Lüftungsunterstützung öffnen. Während der Sommermonate hingegen können diese zur kontrollierten Nachtspülung eingesetzt werden. Nach dem Rückbau der Klassenraumwände wird der provisorische Nadelvliesboden entfernt und ein Industrieparkett verlegt werden. Im künftigen Küchenbereich werden Boden und Wandflächen gefliest und die Sanitärobjekte an bereits vorinstallierte Leitungen angeschlossen. Nach kurzer Umbauphase kann die lang ersehnte und dringend benötigte Mensa für rund 1.200 Schülerinnen und Schüler in Betrieb gehen.

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Prof. Dieter Müller, Müller & Münch
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