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Kraftvolle Individualität

Durch Travertin-Steine und eine bunte Farbpalette zum Seminar

Die Studentenzahlen an den hessischen Universitäten steigen – besonders in Frankfurt. Die... mehr

Die Studentenzahlen an den hessischen Universitäten steigen – besonders in Frankfurt. Die Studierenden brauchen nicht nur Wohnraum sondern auch Räumlichkeiten für Vorlesungen und Seminare. Rechtzeitig zum Sommersemester 2015 wurde der Goethe-Universität am Campus Westend das neue Seminarhaus des Architekten Ferdinand Heide übergeben. Ein Ort, der verpflichtet. Gilt der weitläufige Campus um das denkmalgeschützte Gebäudeensemble von Hans Poelzig mit seinen vielen Grünflächen und Wasserbecken doch als „Deutschlands schönster Campus”.

In seiner Setzung und seinem kompakten Volumen schreibt der Baukörper die städtebauliche Rahmenplanung für den Campus Westend – für die auch Ferdinand Heide verantwortlich zeichnet – konsequent fort. „Analog zur bisherigen Campusentwicklung, bei der die ‚öffentlichen‘ Gebäude in ihrer Stellung und ihrer architektonischen Ausformulierung Individualität und Signifikanz, die Institutsbauten eine zurückhaltende Eleganz und Ruhe zeigen, soll das Seminargebäude als Teil der östlichen Parkkante eine kraftvolle Individualität demonstrieren”, so Ferdinand Heide.

Der gelblich-beige Travertin-Stein des eindrucksvollen Poelzig-Baus verkleidet auch das neue Seminargebäude. Die großzügigen Fenster sind bodentief, asymmetrisch verteilt und in größeren und kleineren Fenstergruppen angeordnet. Plastizität und Tiefe erhält der Baukörper durch tiefe Einschnitte und Loggien, die den Innenraum mit dem Campus verzahnen und von den Studierenden zwischen den Veranstaltungspausen als attraktive Pausenzonen genutzt werden. Dabei zeichnet sich der Neubau durch eine besondere Typologie aus, die zum Ziel hatte, eine Vielzahl unterschiedlich großer Versammlungsräume in einem Haus kompakt zusammenzufassen. Der Entwurf ordnet 51 Seminarräume für 2.700 Studierende so um eine offene, zentrale Mitte an, dass ein Maximum an Offenheit, Übersichtlichkeit und Kommunikation gegeben ist. Eine komplexe Freitreppe windet sich am Aufzugsturm nach oben und erschließt über offene Umgänge und Plattformen ohne notwendige Flure alle Lernräume. Für jeden Aufenthaltsraum gibt es zwei direkte Fluchtwege – nicht durch das Foyer, sondern über direkt zugängliche Treppenräume.

Durch kräftige Farben wie Himbeerrot, Blau, Grün und Sonnengelb erfährt die offene Erschließungssituation und die räumliche Komplexität des Treppen- und Aufzugskörpers eine zusätzliche Steigerung. Großzügigkeit strahlen die verglasten Galerien aus, die sich entlang der Wände ziehen. Auf den Foyerböden, Treppen und Gängen liegt Naturstein, Linoleum in den Seminarräumen. Kein Wunder, dass sogar der Hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein bei der Eröffnung lobte: „Hier ist ein wirklich sehr ansprechendes Gebäude entstanden, das auch durch seine Farbgestaltung im Inneren sehr heiter wirkt. Ich bin überzeugt, dass die Studierenden dieses Haus als eine echte Bereicherung für den Campus und ihren Studienalltag ansehen werden. Dass mit dem kompakten und energieoptimierten Gebäude ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz des Landes geleistet wird, ist dabei ein wichtiger Nebeneffekt.“

Es ist bereits der vierte Bau des Architekten für die Frankfurter Universität. Auf Basis seiner Rahmenplanung konnte Ferdinand Heide auch die Mensa, das Hörsaalzentrum und die Kindertagesstätte auf dem neuen Campus Westend errichten. Gebaut hat das neue Seminargebäude die Bauabteilung der Goethe-Universität. In nur zwei Jahren, pünktlich und im Kostenrahmen.

www.ferdinand-heide.de

Architekten: Ferdinand Heide Architekt BDA www.ferdinand-heide.de Fotos: Thomas Ott mehr

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Ferdinand Heide Architekt BDA
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Fotos:

Thomas Ott