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Formen der Moderne

Wie ein Café eine denkmalgeschützte Umkleidekabine rettete

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Eigentlich hätte das jahrelang verwahrlost wirkende Rondell im Huthpark abgerissen werden sollen. Doch der Frankfurter Architekt D W Dreysse, der sich schon als Student für die Ernst-May-Architektur des Neuen Frankfurts begeisterte, erfuhr von dem drohenden Abriss und machte sich stark für den Erhalt. Stammten die Pläne für das 1929 erbaute und denkmalgeschützte Rondell doch von Eugen Kaufmann, einem Mitarbeiter Ernst Mays im Frankfurter Hochbauamt. Einst diente der Bau mit seinem runden Schirmdach auf schlanken Rundpfeilern und einer bastionsartigen Mauer mit Rundblick in den Park als Umkleide.

Erst als sich ein Investor für die Nutzung als Café fand und mit der Verglasung der Rotunde eine denkmalgerechte Lösung zur Schaffung eines geschlossenen Wirtschaftsraums gefunden wurde, konnte der Bau mit erheblichem Aufwand gerettet und renoviert werden. Die Restaurierung erfolgte nach der Planung Dreysses im Auftrag des Grünflächenamtes. „Wir haben lange getüftelt, wie die Fenster sein müssen. Wenn man sich im Inneren befindet, sieht man keine horizontalen Profile. Das ist wichtig, damit man möglichst unverstellt von innen nach außen blicken kann“, erklärt Dreysse seine Vorgehensweise bei der Verglasung. Doch das war nicht die einzige Herausforderung.

Um den Charakter der Anlage zu bewahren, durften gemäß Denkmalschutzvorgaben keine Anbauten an das historische Rondell vorgenommen werden. Auf der knappen Fläche musste also eine komplett neue Nutzung inklusive einer Gastronomieküche untergebracht werden. Auch hinsichtlich der Wärmedämmung mussten die Architekten behutsam vorgehen: „Wir haben mit einem acht Zentimeter dicken Wärmedämmputz experimentiert. Wenn wir anders gedämmt hätten, hätte das die Anmutung verändert“, so der Architekt. Die Bastionsmauern blieben weitgehend erhalten, der bauzeitliche Putz wurde restauriert und, wo erforderlich, fachgerecht ergänzt. Unter Projektleitung des Hochbauamtes ist so im denkmalgeschützten Rundbau das ganzjährig nutzbare Parkcafé Bergstation entstanden. Die Lage ist einmalig, der Blick durch die große Glasfront auf den Park wunderbar. Im Sommer kann man sogar draußen sitzen. Seit September 2012 ist Frankfurt damit um ein architektonisches Kleinod reicher. Die Gesamtkosten dafür beliefen sich auf rund 1,4 Millionen Euro.

www.dreysse-architekten.de
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Architekten

D W Dreysse
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Fotos

Hochbauamt Frankfurt
www.frankfurt.de Lisa Farkas
www.lisafarkas.de