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EIN ORT ZUM GESUNDWERDEN

Kurzzeitpflege und Sozialstation in Niedrigbauweise

Bei dem Projekt, ein Gebäude für die Kurzzeitpflege und Sozialstation zu entwickeln, kam es mehr... mehr
Bei dem Projekt, ein Gebäude für die Kurzzeitpflege und Sozialstation zu entwickeln, kam es mehr als sonst darauf an, für die Menschen zu planen, die in dem Gebäude künftig leben sollen. Dabei galt es vor allem, die Bedürfnisse von alten und kranken Menschen bestmöglich zu erfüllen, indem zum Beispiel die Fenster so positioniert sind, dass man auch im Liegen hinaus in den Wald schauen kann oder indem ausschließlich warme, natürliche Materialien zum Einsatz kommen, welche den Aufenthaltsräumen eine freundliche und helle Atmosphäre verleihen. Neben all diesen Vorgaben wünschte sich der Bauherr zudem eine kostengünstige Lösung, die durch Einsparung von Energiekosten einen Beitrag zur Wirtschaftlich- und Nachhaltigkeit liefert.

Der Neubau in Bad Schwalbach, der für all die Menschen gedacht ist, die auch nach der Entlassung noch auf eine stationäre Behandlung angewiesen sind, ist im Rahmen eines Modellprojektes mit finanzieller Förderung des Landes Hessen und des Bundes entstanden. Da er die Infrastruktur eines benachbarten Krankenhauses nutzt, konnte ein minimiertes Raumprogramm verwirklicht werden. Dieses Raumprogramm beinhaltet im Erdgeschoss neben den Patientenzimmern der Kurzzeitpflegestation auch Aufenthalts- und Personalräume, während die Sozialstation im Untergeschoss aus einem Therapiebereich, Büro- und Schulungsräumen sowie Personalräumen besteht.
Die Leitidee des Entwurfs war es vor allem, ein freundliches und großzügiges Wohnen mit Ausblicken in die Waldlandschaft im Sitzen und im Liegen zu schaffen. Darüber hinaus galt es einen klar strukturierten, zum Tal hin zweigeschossigen Baukörper zu entwickeln, der durch seine Einfachheit einen hohen Vorfertigungsgrad ermöglicht. Der Eingangsbereich, die Aufenthaltszone und die Versammlungsräume wurden großzügig gestaltet und dienen der Kommunikation. Die für den Innenausbau gewählten Materialien, Farben und Stoffe erzeugen hierbei die gewünschte freundliche und angenehme Stimmung.

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurden überwiegend natürliche Materialien verwendet. Dabei erfüllt der massive Rohbau aus Stahlbeton und Mauerwerk die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz und wirkt als thermische Speichermasse einer sommerlichen Überhitzung entgegen. Die Fassade aus geschosshohen, hoch wärmegedämmten Holztafel-Elementen bildet die Gebäudehülle. Durch einen hohen Vorfertigungsgrad, Stahlbetonfertigteile, vorgefertigte Sanitärräume und standardisierte Fassadenelemente konnten die Baukosten reduziert und damit ein anspruchsvoller Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen geleistet werden.
Funktional und ästhetisch betrachtet zeichnet den Entwurf eine raumhohe Verglasung, der Einsatz durchweg natürlicher Materialien, einen hohen Vorfertigungsgrad und die Möglichkeit, Bauteile bei Bedarf schnell und einfach auszutauschen, aus. Sowohl Konzept als auch Ausführung überzeugten die Jury des Bund deutscher Architekten, die dem Architekturbüro A-Z Architekten MAX 40, den Förderpreis für junge Architekten, verliehen – mit der Begründung: „Die Kurzzeitpflege- und Sozialstation erzielt ihre Wirkung durch ihre klare funktionale, konstruktive und auch formale Struktur. Der einfach gehaltene Baukörper strahlt Ruhe aus. Besonders hervorzuheben ist die Materialwahl; durch einfache Mittel und Elemente – darunter die ‚französischen Fenster‘ – wird eine hohe Raumqualität erzielt, und zwar innen wie außen. Obgleich das Gebäude sich aus der Landschaft löst, bleibt der Landschaftsbezug deutlich.“

www.a-z-architekten.de
Architekt: a-z Architekten www.a-z-architekten.de Fotos: Holger Zimmer mehr

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Fotos:

Holger Zimmer