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Der Börsenverein schlägt neue Seiten auf

Impulsgeber: Das Haus des Buches der Börsenvereinsgruppe

Im Februar 2012 wurde mit einer Matinee offiziell der neue Sitz des Börsenvereins des Deutschen... mehr
Im Februar 2012 wurde mit einer Matinee offiziell der neue Sitz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels eröffnet. Rund 19 Millionen Euro hat der älteste Kulturverband Deutschlands in das Haus des Buches inmitten der Frankfurter Innenstadt, zwischen Braubachstraße und Berliner Straße, investiert. Es ist nicht nur ein neues Domizil, sondern auch Ausdruck des Selbstbewusstseins einer Branche, die positiv in die Zukunft blickt. Der Komplex besteht aus drei denkmalgeschützen Häusern, die saniert und umgebaut wurden. Die Verbindung zwischen den Bauteilen bildet ein Neubau. „Das war die Herausforderung - gleich drei unter Denkmalschutz stehende Gebäude in die Planung zu integrieren“, sagt Architekt Ernst Ulrich Scheffler.

Die beiden Häuser an der Braubachstraße 14 bis 16 und 18 bis 22 stammen aus dem Jahr 1926 und beherbergten früher unter anderem das Gesundheitsamt. Die alten Fassaden wurden zunächst restauriert und erhielten teilweise eine Innendämmung. Durch eine Entkernung des Innenhofes wurden Raum und Weite geschaffen. Viel Zeit und Budget floss in die originalgetreue Aufarbeitung historischer Details.

Besonders wichtig war Ernst Ulrich Scheffler aber das jüngere Gebäude an der Berliner Straße 27. 1956 wurde es vom Frankfurter Architekturbüro Otto Apel als Hommage an Le Corbusiers „Pavillon Suisse“ in Paris entworfen. „Programmatisch steht es für die Rückkehr der weißen Moderne in die Stadt Frankfurt am Main, die in den Zwanzigerjahren einer ihrer Ausgangspunkte gewesen ist“, erklärt der Architekt. Im Rahmen der behutsamen Revitalisierung wurde die Fassade vollständig auseinandergeschraubt und mit minutiös aufgearbeiteten Bronzescharnieren und Beschlägen wieder aneinandergesetzt. Ein Glanzpunkt ist das groß­zügige, lichtdurchflutete Treppenhaus mit seiner fast frei schwebenden Treppe aus Sichtbeton und den in ihrer Originalfarbigkeit erhaltenen roten und blauen Wänden.

Auch bei der Umgestaltung der Büroetagen wurden viele Details des Innenausbaus übernommen. Erweitert und verbunden wurden die drei Bestandsgebäude durch neue Anbauten und Brücken. So ist ein zeitgemäßer Bürokomplex entstanden, der den ca. 340 Mitarbeitern der Börsenvereinsgruppe ganz unterschiedliche, aber allesamt komfortable Arbeitsplätze bietet. Die Konferenzräume über dem Haupteingang können zu einem großen Veranstaltungssaal zusammengefasst werden, der abends unabhängig vom übrigen Haus bespielt werden kann - ein repräsentatives Forum für Lesungen, Vorträge und Diskussionsrunden. Die dort angebahnten Gespräche können dann im neuen Restaurant „Margarete“ im Erdgeschoss an der Braubachstraße weitergeführt werden. Von seiner Terrasse schaut man in den mit Eschen und Rhododendron bepflanzten Innenhof, der durch die Zusammenlegung der Neugasse mit einem ehemaligen Hinterhof entstanden ist.

Der Börsenverein, der die Interessen der gesamten Buchbranche vertritt und mit der Frankfurter Buchmesse die größte Bücherschau der Welt veranstaltet, will sich künftig noch aktiver am kulturellen Leben der Stadt beteiligen. „Im besten Fall kann die neue Zentrale zu einer öffentlichen Plattform für den Dialog von Geist, Wissen und Kultur werden“, hofft Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins. Ein Glücksfall für die Kulturmeile Braubachstraße, die frische Impulse gut gebrauchen kann.

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Julia Bergfeld, Scheffler + Partner
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