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Zukunft mit Substanz

Trotz verheerender Altlast – Transformation eines historischen Druckereiareals 

Seit vielen Jahren lag es im tiefen Dornröschenschlaf – nach 177 Jahren traditionsreicher... mehr
Seit vielen Jahren lag es im tiefen Dornröschenschlaf – nach 177 Jahren traditionsreicher Firmengeschichte schloss 2002 die alteingesessene Druckerei Bernhard Kühlen ihre Pforten für immer. Die Gebäude, in denen 1869 die erste deutsche Schnellpresse für Steindruck aufgestellt wurde, standen seitdem leer. Für das Handelsunternehmen Media Central entwickelte die Erkelenzer Schleiff Denkmalentwicklung als Generalunternehmer ein tragfähiges Nutzungs- und Realisierungskonzept, das von Hartmann Architekten geplant wurde. Die Herausforderung bestand insbesondere darin, sowohl die brüchigen, aber identitätsstiftenden Stirnfassaden des früheren Komplexes zu erhalten, als auch eine umfangreiche Bodensanierung durchzuführen. Bis zu 11 m in der Tiefe musste das Erdreich wegen einer Chromat-Kontaminierung abgetragen werden.

Hinter den restaurierten Straßenfassaden der alten Druckereigebäude entstand ein moderner Bürokomplex von über 5.000 m2 Bürofläche. Durch den Bau einer Tiefgarage mit 145 Stellplätzen konnten die Außenflächen autofrei gehalten und intensiv begrünt werden. Auch der als Naturdenkmal klassifizierte Baumbestand des Areals konnte so erhalten werden. Ein Restaurant mit Terrasse, die auf einem benachbarten Grundstück errichtet wurde, nutzt den entstandenen parkähnlichen Außenraum und eröffnet einen einladenden, kommunikativen Ort für alle. Der dreigeschossige Neubau überragt sichtbar die historische Backsteinfassade um das zurückspringende Staffelgeschoss. Die Einzelfassaden des früheren Hallenensembles werden durch dazwischen gesetzte, markant hervorspringende Glaskuben verklammert. Sie beherbergen die Zugänge mit einem großzügigen Foyer. Der hohe Glasanteil des Neubaus bringt Alt und Neu in eine ausgewogene Balance. Die Seitenfassaden wurden durch eine Stahlbetonlochfassade mit Wärmedämmung und einer Verklinkerung auf den Altbau abgestimmt.

Die Belebung und Transformation des historischen Areals soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden: In einem weiteren Bauabschnitt entstehen hinter dem Bürobau Wohnhäuser mit 80 bis 100 Wohnungen sowie rund 100 weiteren Tiefgaragenplätzen. Eine Durchwegung von der Parkanlage schafft dabei neue fußläufige Verbindungswege, die über das Quartier B. Kühlen auch städtebaulich hinaus wirken. Die zusätzliche Entwicklung der angrenzenden Grundstücke wird dem Viertel in den nächsten Jahren einen neuen Charakter geben und den gesamten Stadtteil weiter aufwerten.

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Fotos:

Hans Juergen Landes